Gastbeitrag von: unigay

Die Toleranz und Akzeptanz gesellschaftlicher Minderheiten ist auch in der Schweiz ein wichtiges Thema. An der Universität St. Gallen äussert sich diese Frage nach dem Umgang mit Diversity unter anderem in Management und HR Kursen. Gleichzeitig spielt sie aber auch im Unialltag selbst eine Rolle.

Schräge Vögel, Scharen feiernder Menschen, wehende Fahnen und laute Musik. Frauen Arm in Arm, Männer Hand in Hand und viel Stolz und Fröhlichkeit. Ein Protest voller Lebensfreude für eine Welt, in der Diversity auch wirklich gelebt wird – so sieht ein PRIDE Festival aus. Hier darf jeder so sein, wie er ist und ausgelassen mitfeiern.

Doch trotz der fröhlichen Stimmung geht es nicht nur um Spass und Heiterkeit, sondern um die politische Demonstration. Die Protestbewegung der LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender)-Community gehört zu den aktivsten Bewegungen in der westlichen Welt. Wie andere gesellschaftliche Minderheiten fordern die LGBT-Demonstranten Toleranz, Akzeptanz sowie soziale und rechtliche Gleichbehandlung.

Doch braucht es diesen Protest in der heutigen Zeit überhaupt noch? Ist die Gesellschaft nicht schon viel offener geworden? „Voll schwul“ ist aus der Jugendsprache als Schimpfwort nicht mehr wegzudenken. Auf Youtube, Facebook und Schulhöfen – immer wieder finden sich Beschimpfungen und Intoleranz. Mobbing und ein Gefühl des Nichtdazugehörens gehören zum Alltag vieler Mitglieder der LGBT-Community. Die dadurch entstehenden psychischen Belastungen können schwerwiegende Folgen haben.

Als Reaktion auf eine Suizid-Serie unter amerikanischen LGBT-Jugendlichen rief der Kolumnist Dan Savage 2010 das ’It Gets Better Project’ ins Leben. Ziel ist es, den Optimismus, das Gemeinschaftsgefühl und den Lebenswillen unter der LGBT-Jugend zu stärken und die Suizidrate dadurch zu senken. Im Rahmen des Projektes erzählen erwachsene Personen in selbstgedrehten Onlinevideos von den Problemen mit denen sie in ihrer Jugend konfrontiert waren und zeigen auf, wie positiv ihr Leben sich seither entwickelt hat. Die Botschaft lautet dabei immer, dass es mit der Zeit besser wird.

Auch Studierende der HSG engagieren sich für die Ziele der LGBT-Bewegung. UniGay – der Verein für Lesben, Schwule und Bisexuelle an der Universität St. Gallen – dient zugleich als Plattform und Sprachrohr der LGBT-Community an der HSG. Mitglieder des Vereins unterstützen das ’It Gets Better Project’ mit eigenen Videobeiträgen und sind auch ihm Rahmen des Comout-Projektes, welches zur schulischen Aufklärung bezüglich den Themen Homo- und Bisexualität beiträgt, aktiv. Das ’It Gets Better Project’ greift eine immer noch brandaktuelle Problematik in unserer Gesellschaft auf. Auch an der HSG selbst ist die Förderung der Toleranz, Akzeptanz und Gleichbehandlung gesellschaftlicher Minoritäten eine wichtige Aufgabe.

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