World Press Photo 2013 Paul Hansen

Auch dieses Jahr hat sich eine 19-köpfige Jury über 100’000 Einsendungen angenommen, um in neun Kategorien die besten Fotos der Welt zu prämieren. Das diesjährige „World Press Photo“ stammt vom Schweden Paul Hansen. Am 20. November 2012 wurden zwei Kinder in Gaza City bei einem israelischen Raktenangriff getötet. Das Gewinnerbild zeigt, wie die Kinder von einer Gruppe Männer zu ihrer Beerdigungszeremonie getragen werden.Das Bild überzeugte die Jury aufgrund der starken Emotionen, die auf einem Bild und mit einem Klicken vereint wurden. Die Bilder sind bis zum 26.Mai in einer Ausstellung im Folium (Sihlcity, Zürich) zu sehen.

Geht man durch die Ausstellung sind Krieg und Aufstände, sei es in Syrien, Israel oder an sonst einem Ort auf der Welt, das beherrschende Thema. Die Bilder zeigen Verletzte, Kämpfende und Schauplätze der Gewalt. Sie zeigen die Schrecken des vergangenen Jahres noch einmal auf. Zu den beeindruckendsten Bildern gehört die Fotoserie von Ebrahim Noroozi. In Schwarz-Weiss hielt er die entstellten Gesichter einer iranischen Frau und ihrer Tochter fest. Sie wollte die Scheidung von ihrem Mann, der ihr darauf drohte, sie würde ihr Gesicht verlieren – und sie und die gemeinsame Tochter im Schlaf mit Säure übergoss. Seit dem Angriff ist sie blind, ihre Tochter sehbehindert – das Foto gewann den ersten Preis in der Kategorie „Observed Portrait – Stories“.

World Press Photo 2013 Christian Ziegler

Neben den grausamen Bildern gehen die „normalen“ Alltäglichkeiten fast unter… Beinah vergisst man dabei, die wunderschönen Naturfotografien, die den Einstieg in die Ausstellung geben. Weiter werden intime Einblicke in das Leben der Menschen geboten. So hielt Fausto Podavini in einer Serie das Leben des Ehepaares Mirella und Luigi fest. Seit 43 Jahren sind die beiden verheiratet und leben immer noch zusammen. Mehr als das: Mirella behütet und pflegt Luigi, der an Alzheimer leidet. Jede Tätigkeit, die normalerweise nur Minuten in Anspruch nehmen würde, dauert bei ihm Stunden.

World Press Photo 2013 Fausto Podavini

So ist die World Press Photo-Wanderausstellung ein Rückblick auf das Jahr 2012, ein Rückblick in Bildern auf bereits Gesehenes und auf Neues, auf grosse Gefühle und auf kürzeste Augenblicke. Übrigens: Dominic Nahr, ein Schweizer Fotograf, erhielt den dritten Platz in der Kategorie „General New Singles“ für sein Bild, eines in einem Erdölbecken treibenden, toten Soldaten.

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