2009 sorgten vier Männer, falsche Drogen und ein nackter Chinese für tobende Kinosäle und den Überraschungserfolg des Sommers. Zwei Jahre später versuchte Hangover II an den Erfolg anzuknüpfen. Finanziell schaffte er es; filmisch war er aber nur  eine aufgewärmte Version des Vorgänges in neuer Kulisse. Seit dem 30. Mai ist der dritte Teil der Reihe in den Kinos.

Glücklicherweise bricht Hangover 3 mit dem «wir-habe-alle-Drogen-genommen-und-rekonstruieren-unsere-Vergangenheit»-Konzept. Doug verschwindet zwar wieder; diesmal wird er jedoch von ein paar Gangstern entführt. Diese verlangen die Auslieferung von Mr. Chow (Ken Jeong). Das Problem: Phil (Bradley Cooper), Alan (grandios: Zach Galifianakis) und Stu (Ed Helms) haben keine Ahnung, wo er sich befindet. Eine Suche beginnt, die sie erst nach Tijuana und danach direkt in ihre eigene Vergangenheit, zurück nach Las Vegas, führt. Dort, wo alles begann, soll nun alles enden.

Der Film unterhält genauso wie seine Vorgänger mit derbem Humor, irrwitzigen Figuren und  jeder Menge Wahnsinn. Dieser wird von den Charaktern Alan und Mr.Chow noch weiter auf die Spitze getrieben. Da wäre Alan, der jeglichem Taktgefühl trotzend Giraffen enthauptet, Lollies verteilt und einer Pfandleiherin seine Pornokenntnisse demonstriert. Auf der anderen Seite der zugekokste Mr.Chow, der sich einst nackt aus einem Kofferraum springend für immer in unsere Netzhaut einbrannte und frisch aus einem thailländischen Gefängnis entflohen ist. Man kann sich gar nicht entscheiden, wer von beiden der grössere Psychopath ist. Die anderen erfüllen ihre Rolle wie immer gekonnt. Phil, der einfach irgendwie cool ist, Doug, der einfach irgendwie verschwindet und Stu, der die letzte Stimme einer Vernunft sein will, die in der Geschichte sowieso nicht überleben kann. Es ist das altbewährte Rezept.

Doch trotz allem, irgendwas fehlt bei Hangover 3. Er versucht so mit dem Wahnsinn zu schocken, dass er erwartbar wird. Der Charme des ersten Teils fehlt leider. Alles ist halt doch irgendwie schon dagewesen und nur weil es jetzt etwas krasser, grösser oder noch gestörter wird, wird es nicht zwangsläufig besser. So bleibt es ein mittelmässiger Film, der die Serie konsequent beendet. Mehr aber auch nicht.