Diese HSGler wollen es wissen und kandidieren bei den kommenden Wahlen für den Nationalrat. Hier stellen sie sich vor.


 

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Alain Schwald (1991) – FDP ZH
VWL, 5. Semeter
Nebenjobs: Videojournalist bei St.Gallen TV
Weitere Engagements: Politik, Streethockey

Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
Temperamentvoll, sportlich, eloquent.

Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
Martin Kolmar. Seine Vorlesungen sind zugleich lustig und interessant. Ich schätze diesen Unterhaltungswert.

Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
Die diesjährige Startwoche als Tutor beim Dokuteam Video. Die Arbeit mit den Assessis hat viel Spass gemacht und das Endprodukt kann sich ebenfalls sehen lassen.

Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
Als ich im Assessment die Prüfungen verbockt habe.

Wie bist du zur Politik gekommen?
Schon zuhause wurde viel über Politik gesprochen. Meine Eltern sind ebenfalls in der FDP und so bin ich dann in der Kantizeit den Jungfreisinnigen beigetreten.

Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
Ich bin in meiner Grundeinstellung bestärkt. Einige Konzepte und Modell, die ich hier gelernt habe, haben mich meine Meinung überdenken lassen, wie z.B. die Internalisierung von externen Effekten in Bezug auf Atomenergie.

Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
Durchaus positiv. Natürlich kommen auch dumme Sprüche, aber die gibt es immer und sind selten ernst gemeint. Manchmal kämpft man mit Vorurteilen; HSG, gutes Elternhaus, Jungfreisinnige. Klischees eben.

Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
Die grosse Terrasse der Uni im Hauptgebäude. Dort findet man Ruhe und kann die schöne Aussicht geniessen.

Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Manchmal bin ich zu temperamentvoll. Besonders zuhause vor dem Fernseher wenn ich mir die „Arena“ anschaue (lacht).

Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Mehr Platz für die Studierenden. Es wird langsam echt eng. Man sollte sich auch nicht allzu sehr nur auf die Noten und ECTS Punkte fokussieren. Studieren beinhaltet so viel mehr.

Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Weniger Staat und Bürokratie; z.B. Bauvorschriften abbauen oder all diese Gebühren für Dinge wie eine Wohnsitzbestätigung oder Ähnliches.

Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
Da ich selber Medienschaffender bin, habe ich für beide Seiten Verständnis. Man braucht als Reporter eine gute Story, auf der anderen Seite will man möglichst kritikfrei davonkommen und muss aufpassen was man sagt. Es ist ein Geben und Nehmen würde ich sagen.

Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf? 
Zwischen 10 und 15 Stunden pro Woche und etwa 4000.- aus dem eigenen Sack. Über das Budget der Partei kann ich keine zuverlässige Aussage machen.

Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
Es ist klar, dass wir nicht einfach unsere Grenzen aufmachen können. Wir müssen einerseits vor Ort Asylzentren aufbauen und langfristig natürlich die Befriedung der aktuellen Krisengebiete anstreben. Um das Flüchtlingsproblem in Europa zu lösen befürworte ich einen europäischen Verteilschlüssel auf freiwilliger Basis.

Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
Die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative stellt hier das grösste Problem dar. Es wird wohl darauf hinaus laufen, dass wir noch einmal Abstimmen werden, sobald ein referendumsfähiger Gesetzesvorschlag zur Umsetzung vorliegt. Von der RASA-Initiative halte ich wenig.

Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
Bis jetzt klappt das ganz gut. Ich bin noch nicht am Limit, auch wenn ich während des Wahlkampfs sehr viel unterwegs zwischen Zürich, wo ich kandidiere, und der HSG, sowie der Arbeit hier in St. Gallen.


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Joel Drittenbass (1992) – GLP SG

MLaw
Nebenjobs: Parteisekretär glp St.Gallen
Engagements: Vizepräsident jglp Kanton St.Gallen, Präsident glp Andwil, Mitglied der GPK in Andwil

Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
Jung, liberal, nachhaltig.

Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
Benjamin Schindler, weil er ein ausgezeichneter Rechtsprofessor ist, der perfekt vorbereitete Vorlesungen hält.

Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
Die Startwoche war wirklich eine coole Erfahrung.

Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
Hochnäsige Persönlichkeiten/Studenten nerven mich. Sie führen sich auf, als wären sie bereits CEO eines grossen Konzerns. Ab und zu vermisse ich typisch schweizerische Tugenden an der HSG – wie Demut und Bescheidenheit.

Wie bist du zur Politik gekommen?
Mich hat die Asyldebatte der SVP politisiert. Später habe ich begonnen, mich für das Verhältnis zwischen Ökonomie und Ökologie zu interessieren.

Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
Durch mein Studium kam ich zur festen Überzeugung, dass ein marktwirtschaftliches Energie- und Umweltlenkungssystem die effizienteste sowie wirksamste Massnahme zur Erreichung der Energiewende ist. Die Regulierungs- und Subventionierungspolitik des Bundes führt dagegen zu weiteren Ineffizienzen und beseitigt dabei die originäre Ursache der Problematik nicht.

Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
Die Reaktionen fielen grundsätzlich sehr positiv aus. Allerdings war ich häufig mit falschen Vorurteilen gegenüber der glp konfrontiert. Beispielsweise schätzten mich einige Studierende als links ein. In Tat und Wahrheit bin ich aber alles andere als links.

Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
Eigentlich nicht wirklich, aber Peter und Paul ist wirklich ein ausgezeichneter Platz mit Aussicht auf den Bodensee und die Stadt. Für mich als Langstreckenläufer ist es darüber hinaus ein tolles Trainingsgelände.

Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Ich möchte gerne offener auf Menschen zugehen können. In der Politik ist es elementar, keine falsche Scheu zu haben.

Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Jede Fakultät sollte für die Studenten einen eigenen Pausenraum haben. Ein gemeinsamer Pausenraum würde den Austausch zwischen den Studenten fördern.

Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Schweizer sollten ihren eigenen Horizont öffnen. Darüber hinaus sollten sie sich von der konservativen Grundhaltung distanzieren.

Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
Ich habe bereits zahlreiche Medienanfragen beantwortet. Mit dem St. Galler Tagblatt pflege ich einen sehr guten Kontakt. Selten rege ich mich über überspitzt formulierte Titel oder Texte auf.

Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf? 
Zeitlich ist der Aufwand extrem. Zwei Abende pro Woche sowie der gesamte Samstag sind für Aktionen der Partei reserviert. Finanziell steht mir ein tiefer vierstelliger Betrag zur Verfügung. Dieser wurde von der Ortspartei und Spendern finanziert.

Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
Wichtig ist eine strikte Unterscheidung zwischen Kriegsflüchtlingen (sog. Schutzbedürftige) und politischen Flüchtlingen, welche an Leib und Leben bedroht sind. Beide haben das Recht, sich in der Schweiz niederzulassen, wobei Schutzbedürftige nach Ende des Krieges in ihr Herkunftsland zurückkehren sollten. Die Flüchtlingskrise kann mittels einem europäischen Verteilschlüssel und der Hilfe entlang der Flüchtlingsströme reduziert werden. Asylsuchende sollten zudem schneller in den Arbeitsprozess integriert werden. Ein innovativer Ansatz wäre beispielsweise, dass Schutzbedürftige einen Teil ihres in unserem Land erzielten Einkommens auf ein spezielles Bankkonto überweisen, um nach ihrer Rückkehr im  Herkunftsland mit diesem Vermögen ein KMU zu gründen. Hilfe zur Selbsthilfe ist meine Devise in der Flüchtlingspolitik.

Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
Einen EU-Beitritt lehne ich dezidiert ab. Meiner Meinung nach sollten wir unbedingt versuchen, die bilateralen Verträge zu retten. Bezüglich der Personenfreizügigkeit sollte die EU endlich ein Verhandlungsmandat verabschieden. Schlussendlich muss sich das Schweizer Stimmvolk wohl in naher Zukunft entweder für die strikte Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative oder für den Erhalt der bilateralen Verträge entscheiden.

Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
Ich bin sowohl im Studium als auch in der Politik gezwungen, Prioritäten zu setzen. Die Anzahl Credits habe ich zugunsten einer ausgewogenen Work-Life-Balance reduziert. Darüber hinaus gilt der Sonntag bei mir strikt als freier Tag.


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Kathrin Gabathuler (1992) – UFS SG

BWL, 5. Semester
Nebenjobs: Service im Einstein, Cashless bei der FC St.Gallen Events, Promo bei Frontal-Promo
Engagements. Kampfrichterin Leichtathletik Turnverein Sennwald

Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
Zuverlässig, organisiert, sarkastisch.

Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
Prof. Dr. Dirk Schäfer. Er konnte uns mit seiner Art im Assessment ein eher trockenes Thema (Finanzielle Führung) unglaublich interessant nahe bringen. Genau das zeichnet einen guten Dozenten aus.

Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
Startwoche 2.0. In meiner zweiten Startwoche hatten wir wirklich eine tolle Truppe zusammen. Diese Woche zähle ich definitiv zu einer meiner schönsten Wochen an der HSG.

Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
Als ich das Assessment beim ersten Mal nicht bestanden habe, war ich leicht enttäuscht. Das würde ich jetzt aber nicht als „schlimm“ bezeichnen. Schlimmer für mich war das Gefühl im Vergleich zu meinen Kommilitonen nicht intelligent, ambitioniert oder engagiert genug zu sein.

Wie bist du zur Politik gekommen?
Als ich nach St. Gallen zog, wollte ich mich politisch engagieren. Für Politik interessiere ich mich schon seit ich in der Primarschule erstmals damit in Kontakt kam.

Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
Dank der HSG habe ich jetzt mehr Wissen. Meine Grundprinzipien haben sich nicht wesentlich verändert. Ich hinterfrage einfach mehr. Die HSG hat mir geholfen die Dinge aus neuen Perspektiven zu sehen.

Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
Eigentlich wusste das gar niemand (lacht). Jetzt erhalte ich aber ausschließlich positives Feedback.

Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
Ich mag die Stadt als Ganzes. Müsste ich wählen, wäre es die Altstadt.

Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Weniger Selbstzweifel.

Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Man bekommt bereits im Assessment das Gefühl vermittelt, zu einer Elite zu gehören. Dies könnte man sicher in einer abgeschwächten Form oder gar nicht vermitteln.

Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Mehr Toleranz. Leben und leben lassen. Die Leute kümmern sich viel zu stark um Dinge, die sie schlichtweg nichts angehen.

Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
Ich persönlich habe noch keine Erfahrungen mit Medien gemacht, weder negativ noch positiv. Was mich jedoch beunruhigt ist die Entwicklung weg vom sachlichen Journalismus hin zum Sensationsjournalismus.

Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf? 
Ich investiere vor allem Zeit, kein Geld. Eine genaue Zahl kann ich da gar nicht nennen.

Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
Da scheint mir ein Verteilungsschlüssel am plausibelsten. Das ist jedoch nur Symptombekämpfung. Möchte man wirklich etwas an der Lage ändern, muss die Situation vor Ort verändert werden.

Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
Wenn noch mehr so geistreiche Initiativen à la Masseneinwanderung kommen, sehe ich da keine Zukunft mehr. Wir müssen jetzt wirklich aufpassen, dass wir unseren wichtigsten Handlungspartner nicht noch mehr provozieren. Die Schweiz ist von der EU abhängig und nicht umgekehrt.

Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
Bis jetzt habe ich immer leicht über 30 Credits gemacht. Das hat wunderbar funktioniert.


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Oliver Straub (1989) – JSVP TG

MBF
Nebenjobs: Kundenberater bei Credit Suisse AG
Engagements: Präsident JSVP Thurgau, Vize-Präsident JSVP Deutschschweiz

Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
Zielstrebig, gelassen, positiv denkend.

Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
Torsten Tomczak, aufgrund seiner lockeren und witzigen Art den Stoff zu vermitteln. In seine Vorlesungen fliessen sehr viele gute Beispiele mit ein.

Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
Persönliche Kontakte dank regem Austausch mit Studierenden bleiben mir als tolle Erinnerung.

Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
Die HSG stellt die Vorlesungen nach wie vor nicht online. Warum? Dieser Umstand ist unbegreiflich.

Wie bist du zur Politik gekommen?
2009 war ich mit einem Kollegen am Tag der Jugendpolitik. Anschliessend kam meine politische Laufbahn dank des Jugendforums ins Rollen.

Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
Meine politischen Ansichten sind durch die HSG kaum merklich beeinflusst worden, da nur sehr wenige politische Kurse angeboten werden und wir als politisch interessierte Menschen keinen Verein gründen dürfen.

Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
Ich erhielt vorwiegend positive Rückmeldungen. Der Grossteil der Studenten an der HSG befindet sich bekanntlich auf einer freiheitlichen Linie und teilt dementsprechend viele meiner politischen Ansichten.

Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
Ich habe noch nie in St. Gallen gewohnt und kenne folglich nicht sehr viele ausserordentlich schöne Plätze hier. Peter und Paul ist aber immer einen Besuch wert – mit Glacé und Blick auf den Bodensee.

Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Ich weiss es nicht.

Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Ich würde die überfälligen Podcast-Aufzeichnungen einführen. Ausserdem gilt es, dem zunehmenden Platzproblem entgegen zu wirken. Freie Arbeitsplätze sind oft Mangelware.

Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Die Schweiz würde ich freiheitlicher gestalten. Darunter fällt die Aufhebung unnötiger Regulierungen (Bsp. Verbote/Gesetze).

Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
Ich habe bisher sowohl positive als auch negative Erfahrungen gesammelt, meistens aber positive. Ab und zu werden leider nicht repräsentative Titel gesetzt.

Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf? 
Zeit investiere ich wirklich sehr viel. All die Plakate, Inserate, Flyer, Messen und auch die Planung fallen häufig auf mich zurück. Das Geld für meinen Wahlkampf stammt von Spenden sowie von der Partei selbst.

Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
Gesetze durchsetzen – dies gilt auch für die EU! In der Schweiz sollten wir Grenzkontrollen wiedereinführen. Wir können schlichtweg nicht die gesamte Bevölkerung bedrohter oder wirtschaftlich schwacher und rückständiger Länder aufnehmen. Vor Ort Helfen ist nach wie vor hoch im Kurs. Hierbei muss man auf eine gezielte Einsetzung der Entwicklungsgelder achten.

Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
Die Schweiz soll ein eigenständiges und unabhängiges Land bleiben. Die Masseneinwanderungsinitiative, der Volkswillen also, muss textgetreu umgesetzt werden. Ich stufe die zukünftige Beziehung als verhalten positiv ein. Der Fakt, dass die EU einzig die Personenfreizügigkeit künden würde, sollte uns mutiger agieren lassen. Der Rest der bilateralen Verträge ist ungefährdet.

Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
Als Student hat man die Zeit und Pflicht, politisch interessiert zu sein und beispielsweise Podiumsdiskussionen zu besuchen. In vielen Jungparteien gibt es sehr viele Studenten. Dieser Umstand zeigt, dass das Zusammenspiel zwischen Studium und Politik gut funktioniert.


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Samuel Brülisauer (1994) – SP SG
B.A. Internationale Beziehungen
Nebenjobs: Barkeeper
Engagements: Co-Präsident JUSO SG, Vorstand VSC Sektion St.Gallen/Appenzell

Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
Sympathisch, diplomatisch, kritisch.

Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
Christoph Frei, da er einerseits eine sehr inspirierende Persönlichkeit ist und andererseits eine gute Auffassung von Lehre hat. Im Dialog ist er aktiv und verfügt nicht zuletzt über ein unglaubliches Wissen.

Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
Meine schönsten HSG-Erinnerungen habe ich allesamt als Vorstandsmitglied der SHSG sammeln können. In einem coolen Team wichtige, aber auch schöne Aspekte anzusprechen und zu bearbeiten, sowie der Dialog mit der Uni bereitete mir viel Freude.

Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
Meine ersten drei bis vier Wochen hier an der HSG habe ich in ziemlich schlechter Erinnerung.

Wie bist du zur Politik gekommen?
Bereits in der Sekundarschule war ich politisch interessiert. Noch während meines ersten Jahres an der Kantonsschule trat ich den JUSO bei. Daraufhin war ich knapp drei Jahre lang nur beschränkt politisch aktiv. Dann erlebte ich als Teilnehmer und später als Vorstand und Vize-Präsident des Vereins Jugendparlament die Session über mehrere Jahre mit. Dadurch wurde ich endgültig vom politischen Virus infiziert.

Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
Meine Positionen schärften sich – trotz erheblicher politischer Gegensätze an der HSG. Grundlegend hat sich meine Fähigkeit politisch zu denken verbessert.

Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
Ich bin zwar einer der rar gesäten Linken hier an der HSG, trotzdem werde ich toleriert und erhalte grundsätzlich positive Reaktionen. Zahlreiche Studenten wissen über mein politisches Engagement. Darauf werde ich beinahe täglich angesprochen. Häufig handelt es sich um Sticheleien, die jeweils von einem Schmunzeln begleitet werden.

Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
Mein Lieblingsplatz ist der „Schwarze Engel“. Etwas klischeehaft, ich weiss…

Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Ich verfüge über das Potenzial, mich in eine Thematik emotional hineinzusteigern. Damit tut man sich nicht immer einen Gefallen. In diesen Momenten wünschte ich mir etwas mehr Gelassenheit.

Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Konkret: Die gewinnorientierte Wirtschaft sollte etwas weniger stark gewichtet werden, dafür aber die für die wirtschaftliche Entwicklung wichtigen Themen, ohne maximale Gewinne.

Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
An sich geht es uns gut. Allerdings wünschte ich mir etwas mehr Bereitschaft, unseren Wohlstand mit dem Rest der Welt zu teilen. Beispiele wie die Bereicherung durch Waffenexport stören mich, da die Konsequenzen aussen vor gelassen werden und einzig die Gewinnoptimierung zählt.

Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
Meine Erfahrungen sind grösstenteils positiv. Ich als Jungpolitiker bin für die Medien prädestiniert.

Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf?
Ich investiere sehr viel Zeit, aber relativ wenig Geld. Zurzeit arbeite ich einzig und allein für die Politik. Es kommt ein ordentliches Wochenpensum zusammen. Private Spenden (ca. 1500 SFr.) sind die einzigen Geldquellen für meinen Wahlkampf.

Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
Als erstes muss die Debatte abgeändert werden. Wir müssen eine stärkere Solidarität an den Tag legen und mehr Flüchtlinge aufnehmen. Daneben muss die Problematik vor Ort gelöst werden und so auf langfristige Ziele hingewirkt werden.

Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
Die bilateralen Verträge müssen unbedingt überleben. Wir müssen höllisch aufpassen, wie wir mit unserem Verhältnis zur EU umgehen. Die Schweiz ist am kürzeren Hebel. Einen EU-Beitritt lehne ich aber momentan ab.

Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
Bei mir lässt es sich nur zu Ungunsten des Studiums vereinbaren. Durch meine vielen Engagements, vor allem durch die letztjährige Vorstandsposition in der SHSG, leistete ich sehr viele Überstunden. Zeit für das eigentliche Studium bleibt kaum übrig.


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Ramon Eberdorfer (1994) – JFDP SZ
BWL, 3. Semester
Nebenjobs: Keine
Engagements: Asia Club, English Society, Österreicher Club

Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
Liberal, konsequent, pragmatisch.

Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
Prof. Dr. Martin Kolmar; seine VWL-Vorlesung ist Unterhaltung pur. Die guten Sprüche sind einzigartig!

Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
In meiner Startwoche war ich im Dokuteam Internet.

Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
Wenn bei der Notenaufschaltung die Seite wieder nicht geht und dir aber alle Freunde schreiben, wie es denn bei dir aussieht.

Wie bist du zur Politik gekommen?
Ich habe mich schon immer für Politik interessiert. Zu den Jungfreisinnigen bin ich während der Kantizeit gekommen.

Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
Gar nicht.

Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
«Um Gotteswillen!» hörte ich oft (lacht). Nein, meistens ironisches Erstaunen mit ein wenig Überraschung.

Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
Mir gefällt die Einstein Hotel-Bar. Die ist sehr gemütlich und als Hobbybarkeeper kann ich dort auch mit den Fachleuten etwas Fachsimpeln.

Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Ich würde mich gerne mehr auf die wichtigen Sachen fokussieren und mich nicht in Details verlieren.

Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Ich habe den Eindruck, dass man sich mehr und mehr Richtung Massenabfertigung bewegt, während heutige Alumni einen fast schon familiären Umgang untereinander zu pflegen scheinen. Das ist mittlerweile wohl leider auf der Strecke geblieben.

Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Man sollte wieder nach Lösungen suchen, Kompromissbereit sein und nicht ständig nur Probleme bewirtschaften.

Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
Mir gefällt, dass man bewusst die Jungparteien zeigt und uns so bekannt macht. Negativ finde ich, dass leider Schlagzeilen oft wichtiger sind als Inhalte.

Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf?
Etwa 15 Stunden pro Woche. Jeder Kandidat bei den Jungfreisinnigen bringt CHF 250.00 in die Wahlkampfkasse ein. Über das gesamte Parteibudget kann ich nichts sagen.

Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
Ich bin dafür, dass Stabilität in der Krisenregion geschaffen wird. Der IS muss bekämpft werden. Sobald der IS nicht mehr in der Region tätig ist, kann die Schweiz dann in beratender Funktion bei der Staatsbildung Unterstützung leisten.Wer asylberechtigt ist, soll hier auch Schutz bekommen. Das gilt natürlich nicht für Wirtschaftsflüchtlinge.

Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
Zentral ist der Erhalt der Bilateralen Vertäge. Das Problem ist, dass die Masseneinwanderungsinitiative angenommen wurde: Die EU wird jegliche Umsetzungsvariante ablehnen.

Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
Das ist ziemlich einfach – die HSG lässt einem hier sehr viele Freiheiten. Ich muss ab und zu Vorlesungen sausen lassen, denn im Wahlkampf geht die Politik nun mal vor.


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Sandro Morelli (1990) – CVP SG
MLaw, 3. Semester
Nebenjobs: Momentan wegen Wahlkampf keine
Engagements: ELSA, FC Weesen, Skiclub Schänis, Bürgermusik Benken

Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
Beharrlich, initiativ, lösungsorientiert.

Wer war/ist dein LIeblingsprofessor an der HSG und wieso?
Definitiv Prof. Dr. Roland Müller. Seine Arbeitsrechtsvorlesung ist spannend, inhaltlich anspruchsvoll und sehr dynamisch. Zudem ist er sehr eloquent.

Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
Die Graduation-Party – alle im Freudentaumel.

Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
Die wunderbar bequemen Sitzbänke im Hauptgebäude. Mein Kreuz wird die HSG bestimmt nie vergessen (lacht).

Wie bist du zur Politik gekommen?
Viele in meiner Kantiklasse waren politisch sehr engagiert und sind es auch noch heute. Nicht wenige davon sind mittlerweile ebenfalls Jungpolitiker.

Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
Gar nicht. Sonst hätte ich vielleicht die Partei wechseln müssen.

Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
Diejenigen die es wissen freuen sich, dass sie nun jemanden in der Politik persönlich kennen.

Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
Der Klosterplatz. Zusammen mit dem angrenzenden Regierungsgebäude und der Klosterwiese ist er sehr einladend und schön anzusehen.

Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Ich würde gerne die Dinge etwas ruhiger angehen. Ich kann mich schnell in etwas hineinsteigern.

Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Es wäre schön, wenn sich die Professoren öfter zu politischen und gesellschaftlichen Themen äussern würden. Gerade auf lokaler oder kommunaler Ebene wird hier zu oft Zurückhaltung geübt. Oder allgemein parteipolitische Vereine an der HSG, warum genau hat man diese verboten?

Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Ich würde sofort die Familien sowie den Mittelstand entlasten. Zudem muss der politische Diskurs (besonders im Wahlkampf) wieder mit Ernsthaftigkeit geführt werden.

Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
Journalisten verstehen oft wenig von (Sach-)Politik. Sie suchen Schlagzeilen und keine Inhalte. Regionalzeitungen schätze ich sehr für ihr Interesse an den Jungparteien. Das schafft Vielfalt.

Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf?
Etwa 20 Stunden in der Woche. Als Parteipräsident ist der Wahlkampf sehr zeitintensiv.

Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
Direkthilfe vor Ort: Wir müssen dafür sorgen, dass die Flüchtlinge gar nicht erst zu uns kommen müssen, sondern schon Vorort oder in Nachbarländern Schutz finden. Wer hier ankommt, und unter die Asylgesetzgebung fällt, den sollten wir natürlich aufnehmen. Auch einen europäischen Verteilschlüssel würde ich befürworten.

Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?
Wir müssen an den Bilateralen festhalten. Immerhin verdienen wir jeden dritten Franken im Euroraum. Das Volk will die Zuwanderung begrenzen. Die CVP steht dazu, will dies aber über eine Schutzklausel lösen. Wenn die EU dies ebenfalls nicht akzeptiert, braucht es eine erneute Volksabstimmung – die Initiative gegen Masseneinwanderung verlangt ja bekanntlich keine Kündigung von Verträgen. Die RASA-Initiative ist deshalb überflüssig.

Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
Ich schreibe meine Masterarbeit parallel zum Wahlkampf. Dies lässt einen gewissen zeitlichen Handlungsspielraum zu.


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Yusuf Barman (1991) – JFDP SG
BWL, 7. Semester (Wipäd)
Nebenjobs: Teilzeitmitarbeiter Sicherheitsdienst
Engagements: Politik, Feuerwehr, Militär

Beschreibe Dich mit drei Adjektiven.
(keine Antwort)

Wer war/ist dein Lieblingsprofessor an der HSG und wieso?
Ich denke immer gerne an die Privatrecht Übungen im Assessment bei Roland Müller zurück. Herr Müller war stets sehr kompetent und hat es gut verstanden, mir seine Freude am Fach zu vermitteln. Seine Übungen habe ich deswegen auch nie verpasst.

Was ist deine schönste HSG-Erinnerung?
Als mein Bruder an die HSG kam und ich ihm den Start an der HSG mit meinen Tipps erleichtern konnte. .

Was ist deine schlimmste HSG-Erinnerung?
Als man sich zu Beginn des Assessments zuerst einmal in der Flut der Informationen an der HSG zurechtzufinden musste.

Wie bist du zur Politik gekommen?
Ich spürte schon früh, dass ich gut in die FDP passen würde. Richtig politisch aktiv wurde ich aber erst, als ein Kollege von der HSG mir den Kontakt zum Präsidenten der Jungfreisinnigen vermittelt hat. Mit ungefähr 20 Jahren war ich dann Mitglied der Jungfreisinnigen und habe mich anfangs, da ich gerade frisch aus dem Militär kam, vor allem für militärische Themen interessiert. Während den Vorbereitungen für die Nationalratswahlen wurde ich angefragt, ob ich interessiert wäre, an den Bewerbungsgesprächen für die Nationalratswahlen teilzunehmen und habe dann auch sogleich zugesagt. Im Wahlkreis Rorschach hatten wir auch noch keine Regionalpartei und so habe ich mich für die Gründung einer solchen stark gemacht.

Wie hat die HSG dich im Allgemeinen und auch in deinen politischen Ansichten beeinflusst?
Ich habe erst hier verstanden, wie wichtig ein liberales Wirtschaftssystem für die erfolgreiche Entwicklung der Schweiz überhaupt ist. Ein gewisses Grundverständnis hatte ich diesbezüglich zwar schon früher, an der HSG konnte ich mich aber vertieft damit beschäftigen.

Wie waren die Reaktionen deiner Mitstudenten auf dein politisches Engagement?
Mit an Politik interessierten Mitstudenten kamen auch mal intensive und spannende Diskussionen zustande. Als Politiker mit Migrationshintergrund wird man beispielsweise auch schnell nach seiner Meinung bezüglich der Flüchtlingspolitik befragt. Negative Reaktionen musste ich aber nie erfahren, höchstens ein paar kritische.

Hast du einen Lieblingsplatz in St.Gallen? 
Den Marktplatz, dort treffe ich mich gerne mit meinen Bekannten. Er ist sehr zentral gelegen und da es in St. Gallen öfters regnet, kann man sich dort bei der Bushaltestelle auch schnell unterstellen.

Wenn Du an dir etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Ich würde öfters in den Vorlesungen an der HSG erscheinen.

Wenn du an der HSG etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Man sollte den jungen Politikinteressierten auch Möglichkeiten bieten, sich entsprechend zu engagieren. Beispielsweise wollten wir einen Verein der Jungfreisinnigen an der HSG gründen, das war uns aber nicht erlaubt.  Grundsätzlich würde ich natürlich auch mehr neutrale Möglichkeiten, mit Politik an der HSG in Berührung zu kommen, sehr begrüssen

Wenn du an der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das dann?
Die bürokratischen Prozesse in der Verwaltung sollten gekürzt und vereinfacht werden. Heutzutage wird man fast schon überrumpelt mit allen Abstimmungen. Bis aber mal einen Prozess in Gang kommt und etwas umgesetzt werden kann, geht es leider noch immer sehr lange.

Was sind deine negativen/positiven Erfahrungen mit Medien?
Ich achte darauf, dass ich am Schluss auch richtig zitiert werde und verlange deswegen die Artikel immer zum Gegenlesen. Vor allem wenn ich zu heiklen Sachverhalten Stellung beziehe, weiss ich, dass ich damit auch entsprechend sensibel umgehen muss. Bisher wurden aber alle von mir eingegeben Korrekturen auch wie gewünscht vorgenommen. Als Jungpolitiker, der selber für den Wahlkampf kein grosses Budget zur Verfügung hat, bin ich natürlich froh, dass mir in den Medien eine Plattform für meine politischen Anliegen geboten wird.

Wie viel Zeit und Geld investierst Du in den Wahlkampf?
Ich investiere vor allem meine Zeit. Von Februar bis April war ich stark bei der Parteigründung der Jungfreisinnigen in Rorschach engagiert. Jetzt, so kurz vor den Wahlen, ist es auch sehr zeitintensiv. Momentan beschäftige ich mich circa 16 Wochenstunden mit meinem Wahlkampf. Geld investiere ich dabei selbst wenig. Finanziell werde ich partiell noch von der FDP und den Jungfreisinnigen unterstützt.

Welche Lösungsansätze siehst Du für die momentane Flüchtlingskrise?
Für mich ist es völlig klar, dass die Schweiz die Augen vor der Flüchtlingsproblematik nicht verschliessen darf. Wir sind aber ein kleines Land und können als solches nicht alle aufnehmen. Es muss möglichst schnell ein System entwickelt werden, das die Flüchtlinge gut in unsere Gesellschaft integriert. Man sollte auch nur so viele Menschen aufnehmen, wie dann auch anständig untergebracht werden können. Es wäre nicht zielgerichtet, wenn wir zu viele Menschen in der Schweiz willkommen heissen würden und diesen dann hier keine gute Zukunft bieten könnten. Das würde über lange oder kurze Frist nur zu erhöhter Kriminalität und Fremdenhass führen. Es gefällt mir übrigens auch nicht, wie gewisse Parteien momentan die Flüchtlingsproblematik für ihre Zwecke instrumentalisieren, nur um mehr Stimmen gewinnen zu können.

Wie siehst du die zukünftige Beziehung zwischen der Schweiz und der EU?

Die Schweiz muss mit der EU zusammenarbeiten. Das ist nicht nur für die Wirtschaftspolitik der Schweiz essentiell, sondern beispielsweise auch in der gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik. Da muss ein realistisches Kontingent verhandelt und dieses dann auch so durchgesetzt werden. Ich finde es wichtig, dass die Schweiz mit der EU eine Verhandlungsbasis auf Augenhöhe finden und auch ihre wichtige Stellung als neutrales Land in der Mitte Europas beibehalten kann. Dabei soll die Schweiz auch gerne eine Moderationsrolle innehaben. Die Tendenz in letzter Zeit, dass die Schweiz sich von der EU zu stark unter Druck setzen lässt, gefällt mir nicht. Vereinbarungen mit der EU sollten in fairen Verhandlungen zustande kommen und dann auch wirklich so durchgesetzt werden können.

Wie kannst du dein Studium mit der Politik vereinbaren?
Das Studium an der HSG ist sehr selbststudiumslastig, das ermöglicht es mir, mich zusätzlich in der Politik zu entfalten. Ich denke, das wäre an anderen Universitäten sicher nicht so einfach möglich gewesen.