Durch den Tod seiner geliebten Schwester Drusilla seiner jugendlichen Naivität beraubt, verfällt Gaius Iulius Caesar, vielleicht besser bekannt als Caligula, in einen Wahn. Trunken vor Macht und dem Willen, Unmögliches zu erreichen, beginnt der zuvor gutmütige Kaiser seine Untertanen zu drangsalieren. Mit bestechender Logik begründet er sein Vorgehen; trotzdem zweifeln die Anderem an seinem Verstand. Nach und nach dezimiert sich die Anzahl seiner Anhänger, die Überlebenden verschwören sich gegen ihn und versuchen auch seine letzten Unterstützer zu überzeugen, sich von ihm abzuwenden. Doch wenn man nicht für ihn ist – ist man gegen ihn?

Mit dem Stück von Albert Camus, das von historischen Texten inspiriert ist, hat sich das Studententheater St. Gallen eine schwere Kost vorgenommen. Durch die gleichzeitig moderne, aber mit den Kostümen trotzdem „wahrheitsgetreue“ Inszenierung gelingt es dem Ensemble aber, die düstere Atmosphäre im caligulianischen Palast aufzulockern. Wenig überraschend war denn auch die gestrige Premiere in der Grabenhalle ausverkauft. Die Schauspielerinnen und Schauspieler des Studententheaters überzeugten durch ihre Leistung, allen voran die beiden Hauptdarsteller Sophia Stöckl als Caesonia und Manuel Schär als Caligula, die den Wahnsinn gekonnt darzustellen wussten. Durch den Einsatz von Videotechnik gelang es dem Ensemble zudem dem Publikum ein Bühnenbild zu bieten, das man so auch aus grossen Häusern kennt.

Die Inszenierung läuft noch heute und morgen Abend in der Grabenhalle, jeweils um 20.00 Uhr. Plätze sollten vorreserviert werden, Informationen zum Vorverkauf finden sich auf der Facebookseite des Theaters.