Das Studententheater der Universität St. Gallen hat sich dieses Jahr an etwas ganz Neues herangewagt. Eine moderne Komödie ist es diesmal, und das Experiment ist definitiv geglückt.

Durch seine schnellen Szenen und den Einstieg mitten in der Handlung reisst ‚Container Paris’ den Zuschauer von Anfang an mit. Zunächst ist die Verwirrung – bei den Protagonisten wie beim Publikum – gross: Wer ist wer, wer hat welche Befugnisse, wer operiert sogar auf Stufe 10 und hat die Lizenz zum Töten und wo, wo bitte ist dieser Container? Diesen zu finden beauftragt ist Hans-Peter Grothe, ein spiessiger und seinem Chef höriger Logistikexperte, der die Aufgabe zunächst pflichtbewusst und gewissenhaft erfüllen möchte, dem diese Spezialanordnung aber im Laufe des Stückes immer mehr zu Kopf steigt. Seine überkorrekte Art sorgt für Lacher, wenn er nach und nach auf immer eigentümlichere Charaktere, wie das Starlet Lynn Preston, die eigentlich nichts möchte als Aufmerksamkeit, die aufdringliche Petra Tegert, den schmierigen Vertreter der Schweizer Regierung und den Bundesfreiwilligendienstleistenden Heinz trifft.

Eine irrsinnige Konstellation

Die Containersuche führt die ‚Entourage’ des Herrn Grothe quer durch Europa, wobei der Fall durch absurde Verwicklungen, hanebüchene Theorien und die Konkurrenz der beiden allmächtigen ‚Konsortien’ an Komplexität mehr und mehr zunimmt. Sogar die altehrwürdige katholische Kirche scheint ihre Finger mit im Spiel zu haben. Für den Zuschauer bedeutet das vor allem Bauchweh vor Lachen, ist man doch in der ambivalenten Situation, zum einen die Handlung immer noch nicht ganz begriffen, zum anderen einen Wissensvorsprung vor manchen Charakteren zu haben. Dies garantiert Spannung bis zum Schluss. Denn nachdem sich durch das schneidige Zutun des Wirtschaftswissenschaftlers und Risikoexperten Prof. Dr. Ueli von Rottkamp die Ereignisse überschlagen, wartet das Publikum sehnsüchtig nach einer Auflösung dieses absurden Durcheinanders – und kriegt diese ganz entspannt an einem traumhaften Strand in Papua Neuguinea präsentiert.

Die Aufführung findet heute und morgen statt

Mit grosser Professionalität, aber auch mit der nötigen Prise Chaos inszeniert das Studententheater diese Odyssee um die Welt. Ein Besuch der kunterbunten Vorstellung ist absolut empfehlenswert und die Auflösung des Falls lädt zum Denken und Diskutieren ein. Das Stück wird noch am 12. Und 13. Dezember ab 20:00 (Einlass 19:30) im flon hinter dem Bahnhof aufgeführt. Tickets sind zum Studentenpreis von 15 CHF hier erhältlich.