Goldacre deklassiert Pseudowissenschaften und zeigt auf, wieso auch vermeintlich clevere Menschen allzu oft auf sie hereinfallen.

Heute wird manipuliert, gebogen und gelogen, wo es nur geht, um die Verkaufszahlen in der Welt der Gesundheit zu steigern. «Bad Science» (deutscher Titel: Die Wissenschaftslüge) von Ben Goldacre räumt auf im Geschäft mit der Wissenschaft. Das Buch entstand aus der allwöchentlichen Kolumne in der Tageszeitung «The Guardian», wo der britische Psychiater und Journalist Quacksalber, Pseudowissenschaft und Gesundheits-Gurus aufs Korn nimmt. In satirischem Ton zeigt er auf, wo uns tagtäglich Marketinglügen und Halbwahrheiten der Pharma- und Ernährungsindustrie erwarten.

Doch es bleibt nicht bei der üblichen «Werbung ist böse und manipulativ»- Schiene: Goldacre beschäftigt sich auch mit Phänomenen wie dem Placebo- Effekt, der Alternativmedizin oder den Beziehungen der Pharmariesen zu medizinischen Fachzeitschriften.

Wer jetzt einen trockenen Wälzer à la «Grüne Bibel» erwartet, wird enttäuscht. Ben Goldacre gelingt mit seiner bildhaften und einfachen Sprache, versetzt mit einer gehörigen Portion Humor ein Rundumschlag gegen die wissenschaftliche Ungenauigkeit.

Der Observer beschrieb die Lektüre sehr treffend: «You’ll laugh your head off, then throw all those expensive health foods in the bin.» In 16 Kapiteln kriegen manipulierte Statistiken und TV-Doktoren ihr Fett weg und der Autor enthüllt Erstaunliches bis Unfassbares. Ein Muss für alle, die sich vom «Studien haben gezeigt»-Graus befreien wollen.

Bad Science
370 Seiten
Erschienen bei: Harpercollins UK, 2009