Wie immer zu Semesterbeginn wird manch einer wieder vor sich hin geflucht und sich die Haare gerauft haben, als das Bidding anstand. Da setzt man sich mit dem System auseinander, versucht die Präferenzen der anderen zu durchschauen und denkt sich eine bombensichere Strategie aus – um dann irgendwie doch zu scheitern.

An all jene, die nicht zu den Gewinnern des grossen Bidding-Pokers gehörten, eine gute Nachricht: Es geht auch schlimmer! Diese Erfahrung durfte ich letztes Semester an der Uni Genf machen, wo man sich für die Kurse gar nicht einschreiben muss, sondern einfach hingehen kann. «Wunderbar!», könnte man sich zunächst denken – bis man sich in einem hoffnungslos überfüllten Kurs wiederfindet und der Professor als Erstes bekannt gibt, dass nächste Woche nur noch die Hälfte der Anwesenden wiederzukommen brauche, da er sonst einfach ein paar wieder vor die Tür stellen würde. Oder wenn alle Kursteilnehmer ein bestimmtes Seminar lieber donnerstags als freitags besuchen würden und die Dozenten daher beschliessen, nach Zufallsprinzip eine verbindliche Einteilung zu machen. Einwände wie «Am Freitag muss ich aber arbeiten!» stossen auf ein unbeeindrucktes «Tant pis!»

Da lobe ich mir das Bidding-System an der HSG, wo die Verhältnisse von Anfang an klar sind und man sich auf faire Art und Weise für seine Präferenzen einsetzen kann. Selbst wenn diese lediglich darin bestehen, sich den Freitag für ein längeres Wochenende freihalten zu wollen …