Der Asian Culture Transfer (ACT) hat dieses Jahr 20 Studierende in die Vereinigten Arabischen Emirate geführt.

Erinnerst du dich noch daran, was du am 24. März gemacht hast? Wahrscheinlich hast du in einer mehr oder weniger spannenden Vorlesung gesessen oder einen Schneemann im immer noch winterlichen St. Gallen gebaut. Für 20 mutige Teilnehmer am ACT-Programm 2009, einem studentischen Austauschprojekt der SHSG, aber begann an diesem schicksalhaften Tag das Abenteuer ihres Lebens: zehn Tage Vereinigte Arabische Emirate (VAE); Reichtum, endlose Wüsten, geheimnisvolle Emirati und so manches Märchen aus 1001 Nacht warteten.

Moschee für 20’000 Gläubige

Nach dem herzlichen Empfang durch das emiratische Organisationskomitee am Flughafen in Dubai wurden wir in ein nobles Hotel gefahren, welches unsere Unterkunft für die nächsten 10 Tage sein sollte. Nach einer Mütze Schlaf fuhren wir am nächsten Tag in die Hauptstadt der VAE, Abu Dhabi, wo wir der Zayed-Moschee, welche Platz für 20’000 Gläubige bietet, einen Besuch abstatteten und die emiratischen Teilnehmer näher kennen lernten. Wir verstanden uns von Anfang an sehr gut, was nicht zuletzt an der neugierigen und bodenständigen Art der einheimischen Studierenden lag. Auch konnten unsere Schweizer Teilnehmer erste Erfahrungen mit der schwarzen Abaya und dem Kopftuch sowie der bodenlangen Nationaltracht «Dishdascha» sammeln, welche von den jungen Emirati ganz selbstverständlich jederzeit getragen wird.

Geschlechtergetrennte Fakultäten

Da unsere Partneruniversität, die «Higher Colleges of Technology» aus einem Verbund von 16 geschlechtergetrennten Fakultäten besteht, hatten wir die Möglichkeit, Colleges in verschiedenen Emiraten zu besichtigen. Besonders interessant für uns: Im Dubai Women’s College wurde sehr auf die femininen Bedürfnisse Rücksicht genommen – mittels eines Coiffeursalons, eines Nagelstudios und eines Solariums, was für die Steigerung des Frauenanteils an der HSG eine durchaus überdenkenswerte Idee darstellt.

Im Laufe der Reise stellten wir fest, dass zwar das Hotelfrühstück jeden Wunsch erfüllte, das alltägliche Essen aber mehrheitlich aus den libanesischen Vorspeisen mit Kichererbsenmus, Petersiliensalat mit Brot sowie den landestypischen Chawarma-Sandwiches bestand. Neben der kulinarischen Seite erlebten wir die traditionelle arabische Kultur in vielerlei Museen, Kunstausstellungen und z. B. auch bei einem traditionellen Stocktanz hautnah.

Unternehmensbesuche vor Ort

Als Wirtschafts-, Politik- und Rechtsstudierende konnten wir uns insbesondere für die zahlreichen Unternehmensbesuche vor Ort begeistern: Die Dubai Chamber of Commerce, eine Palmenfarm, der Abu Dhabi Investment Fonds und die Firma Nakheel (die Erbauerin der künstlichen Inseln vor Dubais Küste) begrüssten uns alle herzlich.

«Education without Borders»-Konferenz

Während der letzten drei Tage nahmen wir als offizielle Vertreter der Schweiz an der «Education without Borders»-Konferenz teil, die das Thema der Nachhaltigkeit in vielen Panels, Workshops und Diskussionen unter diversen Gesichtspunkten beleuchtete. Dabei genossen wir vor allem die Gespräche mit Studierenden aus aller Welt, vermissten aber den regelmässigen Kontakt mit «unseren» emiratischen Freunden.

Diese Reise zeigte allen Teilnehmern, dass die VAE mehr sind als ein Land voller Luxushotels und Wüsten. Die Gastfreundschaft und die einmaligen Erfahrungen, die wir dank unseren emiratischen Freunden machen durften, haben wohl jeden ACT-Teilnehmer ein Stück weit geprägt. Dieser studentische kulturelle Austausch hat uns eine Gegend nähergebracht, welche in Europa noch mit vielen Vorurteilen behaftet ist. So waren die meisten von der Offenheit und Neugierde der jungen Emirati gegenüber der restlichen Welt überrascht und sehen die Vereinigten Arabischen Emirate nun in einem etwas anderen Licht.