Was haben der Minirock, ein Mikrofon und Casinobetriebe gemeinsam? Genau, sie alle können Krisen auslösen! Wie Jungunternehmer in solchen Zeiten reagieren sollten und was die heutigen Trends sind, erfuhr man am Start Summit im Pfalzkeller in St. Gallen.

Welches sind die heutigen Trends? Welchen Chancen und Risiken begegnen Jungunternehmer heute in der Wirtschaft? Ein aktuelles Thema ist sicher die weltweite Finanzkrise. Für Start-up-Unternehmen bedeutet dies eine schwierigere Beschaffung von Kapital bei gleichzeitig sinkendem Konsum. Anlässlich der schwierigen Lage für junge Unternehmen wurde der diesjährige Start Summit deshalb unter dem Thema «One world – million trends. How do we cope with our entrepreneurial future?» durchgeführt.

Ich begab mich also in die Tiefen des Pfalzkellers, um dem Geheimnis erfolgreicher Start-ups auf die Schliche zu kommen. Natürlich legt man auf Konferenzen immer viel Wert auf hochkarätige Besetzung und auf Praxisnähe. Christoph Blocher schien deshalb bestens geeignet, ein wenig aus seiner unternehmerischen Vergangenheit zu plaudern. Nebst dem Unterhaltungswert seiner Rede erfuhr man natürlich auch interessante Dinge: Die Finanzkrise ist die Folge einer rezessiven Tendenz und Blocher hat schon 2007 im Bundesrat vor einer Rezession gewarnt und zum Sparen aufgerufen. Antizyklisches Verhalten ist sowieso Blochers Geheimrezept. Auf Prognoseinstitute könne er gar ganz verzichten, er vertraue auf andere Indikatoren, die ihn auf eine kommende Rezession hin warnen. Sein persönlicher Tipp an die Studenten: Achtet auf die Rocklänge der Frauen! Sind sie zu kurz, steht uns eine Wirtschaftskrise bevor …

Nebst der Rede Blochers gab es aber auch viele Workshops, die sich mit zukünftigen Trends und deren Relevanz für Jungunternehmer befassten. Vormittags wurde ich der Gruppe «Sustainability: Switzerland’s Role – Your Role» zugeteilt, welche von Nick Beglinger geleitet wurde. Es wurde viel über die Kosten des Klimawandels geredet und es wurden Lösungsansätze diskutiert (es fielen Schlagwörter wie die «1-Tonne-CO2-Gesellschaft»). Ein Vorteil nachhaltigen Handelns wäre zum Beispiel die Einsparung enormer Reparationskosten, die der Klimawandel verursacht (20 % des weltweiten BIP!). Daneben erfuhr man auch Sachen, die eindeutig in die Kategorie «Fakten, die man im Gedächtnis behält, obwohl man sie sich nicht zu merken braucht» gehören. Ich weiss jetzt, dass es etwa 6-mal mehr Tiger im Zoo gibt als in freier Natur. Wie ich mit dieser wertvollen Information ein Business starten kann, muss ich mir allerdings noch genauer überlegen.

Mein persönliches Highlight war die Paneldiskussion mit drei Experten, welche wichtige und interessante Tipps und Hinweise für eine erfolgreiche Unternehmensgründung gaben.

Der Start Summit war zudem eine geeignete Plattform, um sich persönlich mit erfolgreichen Jungunternehmern zu unterhalten und ein bisschen Networking zu betreiben.

In der Abschlussrede sprach sich Dr. Henri B. Meier für mehr Unternehmertum in der Gesellschaft aus, denn Unternehmer sind der Motor der Wirtschaft. Als Trendfaktoren sieht er vor allem die Ausbildung, die Wissensexplosion, den Generationenwechsel und die damit einhergehenden Veränderungen in den Sozialwerken an. Auch die Finanzkrise als wichtiger Einfluss auf die Wirtschaft kam nicht zu kurz. Dr. Meier verglich das Investmentbanking mit Casinobetrieben («Gewinn ohne Wertschöpfung») und sprach des Öfteren von Wagnis-Kapital. Seine Wortwahl spiegelte einen weiteren Trend wider, nämlich den geringen Gebrauch von Anglizismen. Letztendlich konnte er es aber doch nicht lassen und legte allen, die vorhaben, ein Unternehmen zu gründen, auf Englisch ans Herz: «Just do it – but after you’ve done your homework!»

Sieben Tipps und Weisheiten für Jungunternehmer – aufgeschnappt am Start Summit:
• Heterogenes Team aufstellen (Stichwort ETHler und HSGler)
• Persönliches Limit eingestehen
• Um Investoren zu überzeugen, muss man herausfinden, wie sie ticken. Ein guter Business Plan ist die halbe Miete.
• Delegieren – so schnell wie möglich
• Sich bewusst machen, dass alles doppelt so lange dauert – und doppelt so teuer werden wird
• Das Prinzip Hoffnung reicht nicht aus. Hart mit sich selbst bleiben und unrentable Geschäfte aufgeben.
• Spass haben – nicht Stress