Das Ziel vieler HSG-Studenten soll die Consulting-Branche sein. Doch wie arbeiten die Unternehmensberater?

Wie stellt man sich einen Teambuilding-Event in der Consultingbranche vor? Man trifft sich in einem Restaurant für einen Apèro, danach folgen kleine gruppendynamische Spiele, am Abend Massage, Essen, Alkohol und Bett. Nur so wird die Performance der einzelnen Mitarbeiter und somit die des Unternehmens gesteigert. Sagt man.
Regisseur Philip Koch hat da jedoch eine andere Meinung. Die Rede ist von Bickstein Consulting. Eine Firma, die schon bessere Tage gesehen hat und deshalb einen ganz speziellen Firmenevent organisiert hat. 24/7 erreichbar sein war gestern. Handy weg, Uniform an. Heute geht es in den Wald. Überwacht von der PR-Agentin von Bickstein und begleitet von bekannten Köpfen der Finanzmedienwelt, müssen der Teamleader, Senior Consultant, Expert Consultant und Junior Consultant, genannt Folienhäschen, verschiedene Aufgaben lösen: Mit einer Pfeife den Weg aus einem dunklen Labyrinth finden, oder mit dem Floß den «See der Entscheidung» überqueren und dann zum «Ufer des Misserfolgs» schwimmen. Das sind nur einige der Aufgaben. Dabei werden sich die indoktrinierten Hierarchien gnadenlos durchsetzen.
Zwei italienische Amateurschauspieler mit zweifelhaftem Können sollten die «Bickstein-Experience» mit einer inszenierten Entführung verstärken. Leider verläuft diese nicht wie geplant und wird ernster als gedacht. Doch wie kommen die Bürohengste in der knallharten Natur zurecht? Anstatt Präsentationen erarbeiten und Kunden akquirieren, müssen sie nun selber Responsibility übernehmen und outside the box thinken. Sich mit roher Gewalt durch die Natur zu kämpfen, hilft den Sesselfurzern im Büro genauso wenig wie schlechte Witze zu reissen.
Dank dieses ultra-realistischen Films überlegt man sich zweimal, ob Consulting das Richtige ist. Solche Teamkollegen will man nicht an seiner Seite haben, denn nach unserer Meinung kann nur einer der Matchwinner sein.
«Outside the Box» ist ein Film, gemacht mit tiefgründigstem Wissen des Beratertums. Dennoch sendet das prisma dem Regisseur eine Ausgabe des SGMM, damit Begriffe wie Referenzrahmen, Umweltsphären oder reflexive Gestaltungspraxis den Film noch authentischer machen können. Take it or leave it, der Film ist sehenswert. Die, mit einer guten Prise Humor versetzte Abbildung des Consultingbusiness sorgt mit guten Slowmotion-Aufnahmen für Spass.