Die Modepolizei patrouillierte zu Studienbeginn durch die mausgrauen Korridore der HSG. Dabei wurden unter den Studierenden vier Stereotypengruppen ermittelt – finde heraus, zu welcher du gehörst.

Aus der Reihe tanzen – das braucht in der Modewelt besonders Mut. Aus diesem Grund kleiden sich die Leute vielfach ähnlicher, als eineiige Zwillinge aussehen. Hingegen verändern sich Kleidungs- und Modestile andauernd und variieren von Land zu Land. Was vor 15 Jahren «in» war, ist heute undenkbar zu tragen.

Nr. 1: Der Business-Style

Wenn du auf dem Campus umherstolzierst, fragt sich der bescheidene Student, wann dein nächstes Business-Meeting wohl ansteht. Du verfügst über einen klassischen, zeitlosen Stil, der dich seriös und mehr als nur bereit für den Einstieg in die Businesswelt wirken lässt. Deine Kleidung verleiht dir eine Reputation, welche dem normalen Volk unter den Studenten nicht zu Gunsten kommt. Ob du von Kopf bis Fuss in einem massgeschneiderten Anzug oder überteuerten Blazer eingekleidet bist, oder deine lederne Aktentasche neben dir herschwingst – jedem ist klar, dass der Bill Gates oder der Harvey Specter der Zukunft vor einem steht. Du benutzt deinen Kleiderschrank als Garantie für deine auf beruflicher Ebene brillante Zukunft und kannst den Tag kaum erwarten, an dem du in deinem piekfeinen Anzug als «Wolf» über die Wallstreet schreiten darfst.

Nr. 2: Der HSG-Hoodie-Style

Für viele Assessies bedeutet der Universitätsstart den Check-out aus Hotel Mamma. Die Selbständigkeit und Verantwortlichkeit bietet dir süsse Vor-, aber genauso bittere Nachteile. Es kann sehr befreiend sein, dem penetranten Kontrollverhalten deiner Eltern zu entfliehen. Dass du nun dein eigener Big Boss bist, wird aber auch durch das repetitive, tagelange Tragen deines Outfits zur (Anti-Mode-)Schau gestellt. Denn die Waschmaschine wäscht nicht mehr von alleine. Mit Mode befasst du dich erst gar nicht, denn dein modisches Hauptproblem liegt einzig an der kargen Auswahl an frischen Klamotten in deinem Kleiderschrank. Ob dein senfgelbes T-Shirt wirklich zu deiner grünen Hose passt, scheint dich nicht wirklich zu kratzen – Hauptsache gewaschen! Als Notlösung dient dir immer der HSG Hoodie. Wenn sich die 90 Franken für das Stückchen Stoff überhaupt lohnen können, dann ist es bei dir sicherlich der Fall.

Zu voreilig sollte man jedoch beim Aussortieren von Klamotten nicht sein. Was die eigene Mutter noch von den wilden 80er-Jahren im Kleiderschrank versteckt hat, könnte bald wieder auf den Laufstegen der New York Fashion Week oder in den Korridoren auf dem Rosenberg präsentiert werden.

Nr. 3: Der luxuriöse Marken-Style

Während andere nur eine Handvoll sauberer Sachen in ihren Gemächern herumliegen haben, hast du die Qual der Wahl zwischen den luxuriösesten Marken. In deinem XXL-Kleiderschrank darf der berüchtigte Burberry-Trenchcoat, die mit eingravierten Initialen verzierte Louis-Vuitton-Tasche und das Polo-T-Shirt mit dem Pferdchen auf der Brust nicht fehlen. Für dich kommt es vor allem auf die süperbe Qualität und absolute Sichtbarkeit der Marken an. Dein Kleidungsstil lässt darauf schliessen, dass du aus einer Familie des Bonzentums stammst und dein alter Herr dir diesen Luxus problemfrei sponsern kann. Deine Mission ist es, die nüchternen Korridore der HSG zum pompösen Fashion-Catwalk zu veredeln. Um dir diesen aufopfernden Wunsch zu erfüllen, sind die Ausverkäufe in der extraordinären Zürcher Bahnhofstrasse in deiner Agenda noch röter markiert, als die wichtigsten Prüfungen.

Nr. 4: Der sporty Style

Du lebst für das Training und liebst es, deine «Gains» mittels deiner athletischen Kleidung zu demonstrieren. Fixer Bestandteil deines Spitzensportler-Outfits ist die stets überladene Gym-Tasche, die deiner Schulterpartie eine zusätzliche Challenge bietet. Komfort ist alles, nur so kannst du die 15-minütigen Pausen für dein hochintensives «Full-Body-Workout» nutzen. Natürlich gehst du vor und nach den Vorlesungen ins Training und hast deshalb keine Zeit, dich stundenlang zu stylen. Dein Instagram-Feed hält dich Fitnesstrend-technisch immer auf dem neusten Stand. Die brandneuen Herbstmodetrends 2017 ziehen derweil in grossem Bogen an dir vorbei. Aber achtung: Schlabbrige Trainingshosen in den Vorlesungen sind ein absolutes Fashion No-Go, denn laut Modezar Karl Lagerfeld hat jeder, der Jogginghosen trägt, die Kontrolle über sein Leben verloren.