Man kann es noch gar nicht so richtig glauben. Ab dem HS 17 können studentische Arbeiten auf der Assessmentstufe digital abgegeben werden. Das Ausdrucken und Binden der Arbeit entfällt

Was erst nach einer kleinen Änderung der Reglemente klingt, bringt für die betroffenen Assessies entscheidende Vorteile: EWS, ReKo, WH und die IP-Arbeit können bequem via Studynet abgegeben werden. Die Dozierenden sind jedoch weiter frei, eine ausgedruckte Version zu verlangen. Was logistische Vorteile bedeutet, hat auch positive Auswirkungen auf das Budget der Studierenden: Ausgaben für Copy-Shop-Dienstleitungen entfallen. Diese belaufen sich auf fast 50 Franken pro Assessment-Student und Semester (unter der Annahme, dass die Arbeiten in einfacher Ausführung und in schwarz-weiss abgegeben werden).

Assessment: ja.
Bachelor und Master: nein.

Bei 1700 Neueintretenden pro Jahr bedeutet dies für die drei Copy-Shop Betreiber eine Verkleinerung des Marktes um mindestens 160 000 Franken. Bei Copy-Blitz zeigt man sich überrascht über die neue Regelung: «Das wussten wir bisher nicht. Die Studierenden der HSG machen für uns etwa 20 Prozent des Umsatzvolumens aus. Solange die Bachelor- und Masterarbeiten aber noch ausgedruckt werden müssen, tangiert diese Änderung unser Geschäft nicht wesentlich.» Die BA und MA müssen nämlich weiterhin als Hardcopy abgegeben werden. «Das Erstellen einer gebundenen Arbeit wird weiterhin als Teil der Prüfungsleistung betrachtet und deshalb vorerst nicht abgeschafft», erklärt der stellvertretende Studiensekretär Pascal Iten gegenüber prisma.

Jährlich fast eine Fichte retten

Nimmt man die letztjährigen Abgabezahlen als Basis und setzt für die ReKo-Arbeit eine durchschnittliche Seitenzahl von 25 (bei 1550 Exemplaren), für die WH 30 Seiten (bei 1279 Exemplaren) und für die etwas umfangreichere IP-Arbeit 60 Seiten (bei 384 Exemplaren) an, werden rund 100 000 Seiten eingespart. Dies sind rund 500 Kilogramm Papier oder anders gesagt: fast eine ganze Fichte. Wohlgemerkt, ohne all die doppelt oder dreifach ausgedruckten Arbeiten oder die EWS-Arbeiten, welche bereits mehrheitlich rein digital abgegeben werden können. Das weitere Einsparungspotenzial, falls die neue Regelung auch auf BA und MA ausgeweitet werden würde, ist beachtlich. 2016 sind 756 Bachelorarbeiten (bei durchschnittlich 80 Seiten) in zweifacher Ausführung abgegeben worden. Masterarbeiten (bei durchschnittlich 100 Seiten) waren es 923 in dreifacher Ausführung. Zusammen könnten also fast 400 000 weitere Seiten Papier eingespart werden. Dies entspricht zwei Tonnen Papier oder etwas mehr als drei Fichten.
Für die Studienadministration sind die logistischen Vorteile ausschlaggebend. Es ist nun nicht mehr nötig, ganze Archive zu unterhalten; dies erledigt nun ein kompaktes
elektronisches Speichermedium. Ein Hoch auf die Digitalisierung. Vorbei die dramatischen Szenen vor der Studienadministration am Abgabetag.