Aus i3 wird p3 : passion – plan – persistence. Die neuen SHSG Präsidenten wollen die erfolgreiche und auf Langfristigkeit ausgelegte Arbeit ihrer Vorgänger nahtlos fortsetzen und können gleich zu Beginn auf einer recht hohen Flughöhe einsteigen.

Herzlichen Glückwunsch zu eurer Wahl! Wo wollt ihr die SHSG in eurer Amtsperiode hinführen?

Luca: Vielen Dank! Wir freuen uns riesig auf unsere neue Aufgabe! Bereits im Dezember des letzten Jahres haben wir uns dazu entschieden, dass wir unbedingt kandidieren wollen.

Yannik: Ja, das stimmt! Bei einer Niederlage hätten wir heute definitiv nichts zum Anstossen gehabt… Wir haben uns beide aktiv gegen einen Austausch entschieden, weil wir uns noch mehr für die SHSG engagieren wollen.

Luca: Worauf wir in unserer Amtsperiode Wert legen werden, ist Kontinuität. Damit ist das p3: persistence in unserer Wahlformel p3³ gemeint. Der Vorstand wechselt jedes Jahr, da ging in der Vergangenheit regelmässig viel Wissen verloren, doch die amtierenden Präsidenten haben diesen Mangel durch die neue digitale Strukturierung des Wissensmanagements beseitigt. Somit können wir auf einer viel höheren Flughöhe einsteigen. Wir denken die SHSG nicht neu, sondern greifen die vielversprechenden Aktivitäten unserer Vorgänger (Mario und Eric) auf. Auch im Bereich externer Nachhilfen werden wir uns verstärkt einsetzen, wir wollen diesen Sumpf trockenlegen.

Yannik: Zudem ist uns an der HSG eine «Eventitis» aufgefallen. Es vergeht fast keine Woche, ohne dass ein Verein einen Event oder sogar eine Konferenz organisiert. Auf diese vielfältige Vereinslandschaft sind wir stolz und ich bin der Meinung, dass dies auch mitunter den Charakter der HSG ausmacht. Aber wir sind sicher, dass hier ein enormes Synergiepotenzial besteht. Ich sehe hier die Rolle der SHSG als Dachorganisation mit der Aufgabe, eine geeignete Kommunikationsplattform für die Vereine zur Verfügung zu stellen. Die neue SHSG-Website bietet viel Potenzial und beinhaltet bereits nützliche Funktionen. Natürlich konkurrieren die Vereine um Mitglieder, aber bsp. könnte man Veranstaltungen gegenseitig oder gemeinsam bewerben, da viele Vereine dieselben Zielgruppen ansprechen.

Man hört, dass ihr euch beim Arbeiten im Bereich G (Anm. d. Red.: Meeting Point, Ad hoc) kennen und schätzen gelernt habt. Wie würdet ihr eure Zusammenarbeit beschreiben?

Luca: Wir haben uns von Anbeginn sehr gut verstanden, da wir uns sehr gut ergänzen. Ich bin mehr der Extrovertierte, der aktiv auf Menschen zugeht, kann aber auch impulsiv sein. Yannik ist mehr derjenige, der Sachen durchdenkt, plant und umsetzt. Er bespielt somit leidenschaftlich vor allem auch das zweite p: plan.

Yannik: Absolut. Ich muss nicht ganz vorne stehen, sondern bin eher der, der im Hintergrund die PS auf den Boden bringt. Was uns aber wieder sehr gut verbindet ist, dass wenn wir etwas machen, dann richtig. Das haben wir uns auch jetzt mit unserem neuen Amt so vorgenommen.

Luca: Ja, sonst hätten wir es nicht gemacht. Als ich auf Yannik zugegangen bin und ihn gefragt habe, ob er Lust hätte, dass wir uns gemeinsam bewerben, brauchte es gar keine Überzeugungsarbeit. Er hatte ohnehin bereits vor für einen Vorstandsposten zu kandidieren.

Yannik: Also wir stellen im Prinzip täglich unter Beweis, dass wir nicht nur als Freunde privat uns gut verstehen, sondern uns auch ideal in der Zusammenarbeit ergänzen und somit schon wissen, wie der andere tickt. Und dadurch, dass der Meeting Point nun neugestaltet wird, wird die Vernetzung HSG & Stadt sich weiter verbessern, was uns auch ein wichtiges Anliegen ist.

Luca: Auf jeden Fall! Mich stört es ganz besonders, dass wir bei vielen nur als elitärer Haufen wahrgenommen werden. Das wird uns nicht gerecht. Wir sind immer noch – und das soll auch so bleiben – eine Präsenzuniversität und unser Campus ist der wohl familiärste weit und breit. Das wäre schön, wenn diese Tatsache auch von Aussenstehenden in Zukunft noch mehr erlebt wird.

Nun sind gar keine Bewerbungen für das Amt der neuen Präsidenten der SHSG eingegangen. Was kann man in diese Richtung unternehmen? Die Aufgabe ist ja recht besonders…

Luca: Ja, das ist wirklich schade. Wir hätten einen differenzierten Wahlkampf begrüsst und bis zuletzt gehofft, dass sich ein weiteres Team aufstellt, auch wenn das mit dem Risiko einer Niederlage verbunden gewesen wäre. Die SHSG ist die Brücke und das Sprachrohr zu den Dozierenden und zur Universitätsleitung, die Vertretung aller Studierenden und hat einen starken Einfluss. Wir haben ein sehr reichhaltiges Angebot, aber auch eine grosse Verantwortung, die sich auf die unterschiedlichsten Bereiche erstreckt. Es ist die ideale Plattform, wo sich begeisterungsfähige, ambitionierte Menschen einbringen können. Das müssen wir vermitteln, damit mehr Anreize geschafft werden, sich engagieren zu wollen.

Yannik: Wir wissen schon, dass wir anders als manche Vereine sind, in denen es einigen vielleicht eher darum geht, schnell zu netzwerken und hoffentlich einen Praktikumsplatz zu ergattern. Man profitiert auch, wenn man bei uns mitmacht und noch mehr, wenn man konkret Verantwortung mittels eines Führungsamts übernimmt, aber eher auf den zweiten Blick. Wir sind keine Selbstbedingungsbude, sondern eine serviceorientierte, gut aufgestellte, leidenschaftliche junge Truppe, die sich dafür einsetzt, dass die Bedingungen hier zu studieren optimal und zeitgerecht sind. Durch das ehrenamtliche Engagement bei der SHSG kann man sehr viel über sich selbst lernen, die persönliche Weiterentwicklung vorantreiben, tolle Projekte mitgestalten, die Universität prägen.

Luca: Ja, ist es verwunderlich, dass die SHSG nicht stärker wahrgenommen wird. Gerade jetzt ist es eine spannende Zeit, wenn ich daran denke, was in der Universität gerade alles für fundamentale Richtungsentscheidungen getroffen werden. Wir reformieren den BBWL, überlegen uns, wie wir stärker auf die Digitalisierung eingehen können, dann kommt der Medical-Master mit der ganzen Campuserweiterung und vieles mehr. Vielleicht wird die SHSG als verschworener Haufen wahrgenommen und es wird nicht deutlich, wie sehr wir bei den einzelnen Themen als Studierenden eingebunden werden, aber unsere Meinung nimmt einen grossen Platz auch bei uni-strategischen Projekten ein.

Wie geht’s jetzt weiter? Ihr werdet wohl als nächstes die restlichen Vorstandsmitglieder rekrutieren, auf was werdet ihr dabei achten?

Yannik: Also wir wollen von den Bewerbern sehen, dass sie Passion mitbringen, die auch über drei Monate hinausgeht. Leidenschaft und Leistungsbereitschaft stehen bei uns im Vordergrund, natürlich muss ein Grundverständnis der jeweiligen Aufgabe vorliegen, aber wir stellen Menschen und keinen Maschinen ein und HSGler lernen bekanntlich schnell.

Luca: Absolut. Wir freuen uns schon jetzt auf die Bewerbungen! Selbstverständlich ist die Verantwortungsübernahme gross, aber damit steigt auch das Risiko über sich hinaus zu wachsen (schmunzelt) und sich massiv weiterzuentwickeln, was einem ganz neue Möglichkeiten für sein ganzes Leben eröffnen kann, wenn man bereit ist zu performen.