Auch Professoren frühstücken, und so trafen sich einige von ihnen am 15. März mit zwanzig Studenten um im Adhoc über die Feedback Kultur der Uni zu reden und sich bei einem Kaffee auszutauschen.

Sich im Adhoc zu treffen ist immer eine gute Entscheidung. Ob auf ein Bier oder zwei, ein Kaffee oder einen Muffin für zwischendurch ist das Adhoc ist fast immer ein Garant für eine entspannte und ungezwungene Atmosphäre. Somit scheint die kleine Studentenbar perfekt geeignet, Dozenten und ihre Studenten zusammenzubringen um zu diskutieren. Denn wenn man sich überlegt, dass sie uns vieles beibringen, was man an der Uni als Student lernt, darum ist es wichtig, sie kennenzulernen. Nach der kurzen Begrüssungsrede wurde schon das Buffet in Angriff genommen. Schliesslich kann man sich mit frischen Gipfeli, Früchten und Kaffee angenehmer unterhalten. Per Du und nach freundlichen persönlichen Vorstellungen kamen die ernsteren Theme an die Reihe.

Feedback Kultur an der HSG

Hauptthema war die Feedback-Kultur der HSG. Es werden zwar Feedback-Bögen ausgeteilt und ab und zu auch ausgefüllt, aber dieses Mal sollte es sich um Verbesserungsvorschläge von Dozenten für die Studenten drehen. Die Universität St. Gallen legt Wert auf Präsentationen und Gruppenarbeiten, was sich zum Beispiel am Assessment-Programm erkennen lässt. Mit drei schriftlichen Arbeiten, einer Gruppenpräsentation und zwei mündlichen Prüfungen darf man bereits im ersten Jahr die Freuden von Teamkommunikation und der Metzger-Lektüre erleben. Dies zieht sich auch im Bachelor weiter und wird im Master Studium nochmals vertieft.
Es stellt sich aber die Frage, ob man mit einem Blick auf dem Notenauszug erkennen kann, was man falsch gemacht hat und wo man sich verbessern könnte. Obwohl die Lehrkräfte schon Änderungen beim Feedback-Prozess bei der Uni vorgeschlagen hätten, sei dies bis jetzt an diversen technischen und administrativen Hürden gescheitert. So macht die einheitliche Notenveröffentlichung direkte Rückmeldungen für Präsentationen unmöglich, da es keine Hinweise auf die Noten geben darf. Auch ein von den Professoren auszufüllender Bewertungsbogen für Bachelorarbeiten wird, obwohl von den Korrigierenden so angenommen, nicht direkt an Studenten weitergeleitet. So kommt man nur auf seine Fehler und die Herleitung der Note, wenn man den Umweg über die Studienadministration geht und dieses Formular explizit verlangt. Warum dies nicht standardmässig den Studenten mitzugeben ist, fragen sich beide Seiten seit Längerem. In diesem Zusammenhang ist anzufügen, dass es im Master Studium etwas mehr Rückmeldung gibt, da Gruppen kleiner sind und insgesamt deutlich enger zusammengearbeitet wird. Wer es bis dahin schafft, der kann also anfangen aus seinen Fehlern zu lernen.

Höherer Lerneffekt durch angemessenes Feedback

Insgesamt lässt sich feststellen, dass sowohl Professoren als auch Studenten Interesse haben, sich auszutauschen. Ein breiterer Austausch und Einbezug der Uni könnten dabei helfen, sich nach einem Kurs nicht nur mit eine Note zufriedengeben zu müssen, sondern auch eigene Schwächen zu erkennen und in einem weiteren Ausmass als bis jetzt von den zahlreichen Arbeiten, Gruppenprojekten und Präsentationen zu profitieren. Gute Vorträge zu halten und fachlich anspruchsvolle Arbeiten verfassen zu können ist in vielen Berufen von Vorteil, sodass das Thema Feedback Kultur an der Uni als ein Kernelement der Lehre auszumachen ist.
Unterm Strich lässt sich festhalten, dass die zwanglose Stimmung und rege Diskussionstätigkeit Früchte getragen hat. Eine vertiefte Zusammenarbeit mit der Uni und leckere Gipfeli sind eindeutig als Schlüssel zum Erfolg erkennbar. Ein Zmorge mit den Dozenten ist jedem HSGler zu empfehlen, zumal ein kleiner kostenloser Snack im AdHoc bis jetzt noch niemandem geschadet hat.