Auf massenhaft CO2-ausstossende Flugreisen verzichtet der abenteuerlustige Student nur ungern. Ein Überblick über andere Wege, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Energie – eine knappe Ressource. Trotzdem nutzen wir diese nicht gerade nachhaltig: Die Senkung von Treibhausgas-Emissionen ist im Umweltschutz ein allgegenwärtiges Thema. Bei der Weltklimaschutzkonferenz in Paris vor drei Jahren wurden in einem umfangreichen Protokoll ehrgeizige Massnahmen vereinbart, um den Ausstoss von Kohlenstoffdioxid und anderen Treibhausgasen zu senken. Ziel ist es, die durch die Emissionen verursachte Erderwärmung bei unter zwei Grad zu halten.

Ein Abkommen ist schön und gut, doch was nützt es uns, wenn es von den Politikern nicht eingehalten wird? Der werte Herr Trump gab den den Ausstieg aus dem gefeierten Pariser Vertrag bereits bekannt. Doch bezüglich umwelttechnischen Veränderungen müssen wir uns nicht auf die Mächtigen verlassen: Jeder einzelne von uns kann im Alltag Umweltschutz betreiben. Einige Ideen? Weniger Auto fahren, sich für energiesparende Elektrogeräte entscheiden oder keine Möbel aus Tropenhölzern kaufen. Eine alltägliche und trotzdem sehr effiziente Möglichkeit zur Problembekämpfung wird jedoch oft übersehen. Und dabei ist sie auch noch gesund.

Schlagzeilen wie «Nicht Autos und Fabriken sind die schlimmsten Umweltsünder – es ist dein Essen!» dringen erst in den letzten Jahren zu uns durch. Wo das Problem unserer Ernährung liegt, wird im Vergleich der verschiedenen Ernährungsformen, wie vegetarisch, vegan, omnivor und was es sonst noch alles gibt, deutlich erkennbar: Der Verzehr von tierischen Produkten hinterlässt einen enormen ökologischen Fussabdruck. Dass diese Tatsache nur so wenigen bewusst ist, hat unterschiedliche gesellschaftliche, soziale sowie politische Gründe. So ist der Fleisch- und Milchkonsum in der Schweizer Tradition stark verankert. Aufgrund der Intimität der eigenen Ernährung wird diese nur ungern hinterfragt. Auch arbeiten Organisationen wie «Swissmilk» und «Schweizer Fleisch» vehement daran, den Verzehr ihrer Produkte zu rechtfertigen. Die Frage des unwissenden Konsumenten, wie die Auswirkungen auf die Umwelt überhaupt entstehen, ist daher durchaus berechtigt.

Klimawandel auf dem Teller
Die Nutztierhaltung trägt einen hohen, oft unterschätzten Anteil zu den weltweiten Treibhausgasemissionen bei: Die Emissionen sind grösser als der gesamte Ausstoss des weltweiten Verkehrs, also von Autos, Schiffen und Flugzeugen zusammen. Wie ein so hoher Wert zustande kommt? Zum einen ist der Ausstoss der Tiere selbst problematisch: Wiederkäuer stossen das Gas Methan aus, welches bis zu 25-mal klimaschädlicher als CO2 ist. Allein die weltweit gehaltenen 1.3 Milliarden Rinder sind für 12 Prozent der globalen Methanemission verantwortlich.

Die Urwald-Katastrophe
Ein grosser Anteil kommt durch die Futtermittelproduktion zustande: Die kleine Schweiz importiert heute fast 800 Tonnen Soja pro Tag, hauptsächlich aus Brasilien. Hierfür werden in den tropischen Wäldern ganze Ökosysteme zerstört: 70 Prozent des abgeholzten Amazonaswaldes wird für Viehhaltung genutzt. Durch die Umwandlung des Waldes in Weideflächen steigen wiederum enorme Massen an CO2 in die Atmosphäre, welche zuvor an die Biomasse gebunden waren. Auch die langen Transportwege des Futtermittels führt zu einem erhöhten Verbrauch fossiler Brennstoffe. Heute werden 30 Prozent der weltweit eisfreien Landfläche für die Viehhaltung und den Futtermittelanbau genutzt. In der Schweiz sind es rund 68 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Im Vergleich: Für einen Hamburger wird rund siebenmal mehr Land beansprucht als für einen Teller Pasta mit Tomatensauce. Wiederum sind hier die Futtermittelimporte problematisch: Man spricht von «virtuellem Landhandel», welcher wie schon oben angedeutet zu Abholzung und Zerstörung führt.

Der Umweg über den Tiermagen
Wo wir gerade bei Energie sind: Gezählt in Kalorien ist die Produktion Nahrungsmittel tierischen Ursprungs extrem ineffizient: Bei der Produktion von Fleisch und Eiern geht eine so hohe Menge an Kalorien verloren, dass man ohne den Umweg über den Tiermagen theoretisch 3.5 Milliarden Menschen ernähren könnte. So werden für die Herstellung von einem Kilogramm Fleisch je nach Tierart 7 bis 16 Kilogramm Getreide oder Sojabohnen benötigt. Hinzu kommt, dass nicht das ganze Tier verzehrt wird. Dies führt dazu, dass 10 Kilogramm Getreide schlussendlich ungefähr 450 Gramm genussfertiges Rindfleisch erzeugen.

Auch Wasser stellt eine Ressource dar, welche durch den Konsum tierischer Produkte in riesigen Ausmassen verbraucht wird. Du hast bestimmt schon einmal vom sogenannten persönlichen Wasserfussabdruck gehört. Er zeigt, wie viel Wasser ein Mensch pro Tag verbraucht. Dabei werden auch indirekte Wasserverbräuche gezählt, wie zum Beispiel die Wassermenge, die bei der Produktion eines Konsumprodukts benötigt wird.
An einem Tag summieren sich Duschwasser, WC-Spülungen und das Trinkwasser auf durchschnittlich 130 Liter. Doch wer am Mittag einen Burger isst, hat die Wassermenge schon mit wenigen Bissen vervielfacht: Hinter 200 Gramm Fleisch verstecken sich bis zu 3 100 Liter verbrauchtes Wasser. Der grösste Teil des Wassers wird dabei für die Bewässerung der Futtermittel für die Nutztiere verbraucht. Durch den Verzicht auf einen Burger sparst du somit die Menge an Wasser, welche für zwei Monate tägliches Duschen reichen würde.
Weiter sorgt die Tierhaltung für eine schlechtere Wasserqualität: Gülle und Kunstdünger für den Futteranbau lassen die Nitrat- und Phosphatbelastung ansteigen. Auch Antibiotika-Rückstände können ins Grundwasser gelangen und es verschmutzen.
Die oben genannten Gründe sind nur eine kleine Auflistung der umwelttechnischen Auswirkungen der Nahrungsmittelindustrie. Aus Ländern, in denen ein grosser Teil der Bevölkerung unterernährt ist, werden trotzdem noch Tierfuttermittel, also Nahrungsmittel, exportiert. Es wird erkennbar, dass unser Konsum noch weit drastischere Auswirkungen hat. 
Um deinen ökologischen Fussabdruck zu senken und effektiven Umweltschutz zu betrieben, solltest du also vermehrt darauf achten, Fleisch-, Milch- und Eierprodukte von ökologisch wirtschaftenden Bauern zu kaufen. Oder du lässt es gerade ganz weg und gönnst dir ein (leckeres) Tofu-Schnitzel.