Fürchtet euch nicht, denn ihr werdet validiert!

Die älteren in der HSG-Belegschaft (10. Semester IA, anyone?) werden sich an die alten Legis erinnern, die früher vor jedem Semesterstart per Post kamen. In der guten alten Zeit musste man die Vorder- und Rückseite noch von einem Blatt Papier abziehen und zusammenkleben. Neben dem Geschicklichkeitstraining, das mit der regelmässigen Basteleinlage verbunden war, war die alte Legi auch ultra nützlich. Da sie so dick war wie eine doppelt gefaltete DIN-A4-Seite, konnte man sie hervorragend als Untersetzer für Gläser oder für zu kurze Stuhl- und Tischbeine verwenden. Unglücklicherweise war die Karte auch so stabil wie eine doppelt gefaltete DIN-A4-Seite. Irgendwann beschloss dann irgendwer, dass die HSG den Schritt in die 1980er Jahre wagen und eine einfache Plastikkarte die alte Bastel-Legi ersetzen sollte. Um es den ganzen Umwelt-Esoterik-Spinnern recht zu machen, die uns schon die Bib-Plastiktaschen und die Papiertücher auf den Toiletten weggenommen haben, gibt es seitdem nur noch eine Legi für jeden Studenten, die man dafür jedes Semester neu «validieren» muss. Das Tolle daran ist, dass man das Corpus-Delicti nur in die monströse Validierungsmaschine einführen muss, und schon ist man garantiert im falschen Studiengang immatrikuliert. Assessment statt MiQEF, BIA statt MAccFin, BLE statt MBA – alles kein Problem. Bevor wir aber das Wunderwerk der Technik verteufeln, sollten wir einen Moment innehalten und anerkennen, was man alles damit machen kann. Erstens: Falls man die Orientierung an der riesigen HSG verliert, muss man nur eine Validierungsmaschine suchen und schon weiss man, wo man den Hörsaal suchen muss. Stark. Zweitens: Falls irgendwo ein Atomkraftwerk explodiert oder irgendjemand das Internet löscht, kann man immer noch bei der Validierungsmaschine nachschauen, ob es in der Mensa wieder Polentapizza gibt. Noch besser. In diesem Sinne, ein Hoch auf die Validierungsmaschine, die Krone des technischen Fortschritts.