Wenn ein schottischer Heroinjunkie versucht clean zu werden, dann kann das nur ins «Klo» gehen.

Wem Filme wie «The Beach», «28 Days Later» oder «127 Hours» zugesagt haben, wird auch an diesem Film von Regisseur Danny Boyle Gefallen finden. «Trainspotting» erzählt die Geschichte von Mark Renton, einem in Edinburgh lebenden Heroinabhängigen, der zusammen mit seinen ebenfalls abhängigen Freunden von einem Tag in den nächsten lebt. Schon gleich zu Beginn des Films versucht Mark – mal wieder – clean zu werden und bereitet sich dementsprechend vor. Neben zehn Dosen Tomatensauce, acht Dosen Champignoncrèmesuppe, einem Raum, den man nicht verlässt, Paracetamol und Valium braucht er noch eines: einen kleinen, letzten Schuss, um die Entzugsschmerzen auszuhalten bis das Valium wirkt. Unglücklicherweise hat sein Dealer nichts mehr, ausser zwei Opium-Zäpfchen. Da man sich in solchen Momenten mit fast allem zufrieden gibt, motzt Mark nicht lange rum und benutzt die Zäpfchen. Dass diese Entscheidung zu einer der wohl einprägsamsten und zugleich surrealsten Szenen des Films führen wird, weiss Mark zu diesem Zeitpunkt unglücklicherweise noch nicht.

Prädikat Kultfilm

«Trainspotting» bringt den Zuschauer in eine Welt, die den meisten komplett verschlossen ist. Es ist schwer nachzuvollziehen, in welche Höhen einen eine Droge wie Heroin katapultieren kann und gleichzeitig in welche Tiefen man fällt, wenn einem der «Stoff» fehlt. Im Film wird nichts beschönigt. Es macht nachdenklich, wenn man sieht, wie ein Baby stirbt und eine Mutter gleich danach nur an den nächsten Schuss denkt,. Oder wenn ein Freund von Mark, der zu Beginn des Films einen sportlichen sowie gesunden Lebensstil führt und von Drogen nichts wissen will, immer mehr in den Drogensumpf verfällt. Auch merkt man mit der Zeit, dass der Film immer wieder mit der heutigen Konsumgesellschaft abrechnet. Schon im Intro heisst es: «Sag ja zum Leben. Sag ja zum Job. Sag ja zu einem pervers grossen Fernseher.» Spiessbürgertum spielt einen weiteren wichtigen Bezugspunkt in der Handlung, da Mark immer wieder auf die «normalen» Bürger verweist, die logischerweise eher schlecht wegkommen. Schnell kann man sich selbst und sein «normales» Leben wiedererkennen. Doch trotz all dieser Negativität und Trauer schafft es «Trainspotting» auch sehr humorvoll zu sein. Beispielsweise gibt es eine Szene, in der Mark eine Überdosis hat, die mit dem Lied «Perfect Day» von Lou Reed untermalt ist – der Gegensatz könnte nicht grösser sein. Für jeden, der sich selbst als «Filmkenner» bezeichnen will, sei dieses Meisterwerk ohne Wenn und Aber empfohlen.

Bild: zvg