«Der Tag ist gerettet», denkst du in dem Moment, als du sie beim Betreten des Audimax das erste Mal siehst. Die zwei Stunden Vorlesungen sind schier unerträglich, sie ist einfach durchgehend mit der Vorlesung oder ihrem iPhone beschäftigt. Aber zum Glück ertönt der Gong und alles strömt zum Ausgang. Du sprintest nach vorne, in ihre Nähe. Du hebst die Hand zum Winken – und sie kommt tatsächlich auf dich zu. Ein Lächeln erscheint auf ihren Lippen, du kannst dein Glück kaum fassen, und in derselben Sekunde, in der du zurücklächelst – spricht sie den Typ neben dir an.

Der Tag ist gerettet», denkst du in dem Moment, in dem du sie beim Betreten des Audimax das erste Mal siehst. Die zwei Stunden Vorlesungen sind schier unerträglich, sie ist einfach durchgehend mit der Vorlesung oder ihrem iPhone beschäftigt. Aber zum Glück ertönt der Gong und alles strömt zum Ausgang. Du sprintest nach vorne, in ihre Nähe. Du hebst die Hand zum Winken – und sie kommt tatsächlich auf dich zu. Ein Lächeln erscheint auf ihren Lippen, du kannst dein Glück kaum fassen, und in derselben Sekunde, in der du zurücklächelst – spricht sie den Typen neben dir an.

Wem von den ca. 4500 männlichen HSG-Studierenden sind solche Probleme nicht bekannt? «Der Glückliche», könnte manch einer denken, «ich hätte nicht mal den Mut, es zu versuchen!» Aber wie die obige Begebenheit zeigt, ist Mut allein nicht genug – es geht auch um Geschwindigkeit. Genau diesen Gedanken hatten vier junge Studenten der ETH und der HSG im Alter von 22 bis 28. Ihre Lösung: «Spocal.net», ehemals «blicklick.ch» – eine Website gemacht zum Flirten und Menschen kennen lernen. «Wir möchten Kommunikation einfacher machen», sagt Robin (22), der den Grossteil seines bisherigen Lebens in Mexico-City verbracht hat.

Simple Idee mit grosser Wirkung

Die Idee ist einfach, aber wirksam: Anonym kann gepostet werden, fühlt sich jemand davon angesprochen, schreibt entweder anonym oder per privater Nachricht zurück. Gegründet im Februar dieses Jahres gab es mittlerweile schon einige Innovationen. «Zunächst mal heissen wir nun Spocal.net. Das Nutzerfeedback hat gezeigt, dass die Studierenden unsere App auch für das Zusammenfinden bei Arbeitsgruppen, für Nachfragen bei unverständlichen Vorlesungen und Ähnlichem verwenden. Spocal.net ist also weiter gefasst und längst nicht nur aufs Flirten ausgerichtet», so Robin. Eine weitere sinnvolle Neuerung stellt die Notwendigkeit zur Registrierung dar. «Der scheinbare Mehraufwand wird sofort wieder aufgehoben. Durch die Verknüpfung mit GPS beziehungsweise dem aktuellen Ort werden dem Nutzer nur noch relevante Informationen angezeigt. Kein HSGler wird mehr von Fragen zu einer Werkstoffvorlesung der ETH genervt und kein ETHler muss sich mehr fragen, was denn eine lokale Rationalität sein soll.» Seit Kurzem gibt es im iTunes Shop auch die entsprechende Spocal.net App, wodurch das Angebot von Robin und seinen Mitstreitern nochmals interessanter wird.

HSG-Vereine als potenzielle Werbepartner?

Wie bei jedem Technologie-Start-Up steht Spocal.net vor der Frage der Cash Generierung. Robin, der bei Spocal für die Finanzen verantwortlich ist: «Für die User sind wir kostenlos. Cash soll über Promoted Posts generiert werden.» Aufgrund der massiven Überflutung des Werbemarkts blenden viele Werbung automatisch aus. «Bei Socal.net wird Werbung erstens sehr nutzerspezifisch, also relevant, eingeblendet. Zweitens besteht die Werbung aus einem Post unter vielen und ist nie am gleichen Platz. Es tritt also gar nicht erst Gewöhnung oder Genervtheit ein.» Momentan befindet sich dieses Finanzierungskonzept mit UniRecycling.ch noch in der Erprobungsphase. Während langfristig Angebote für Recruitingabteilungen und Produkte wie die Kontoangebote der Schweizer Grossbanken hauptsächlich für die Gewinnerwirtschaftung zuständig sein sollen, ist das mittelfristig auch für Clubs und Vereine an der HSG interessant.