Der Tag beginne um 6.00 Uhr mit «Morgenaktivität», sei fortzusetzen mit der Lektüre verschiedener Fächer und ende um 23.00 Uhr wahlweise mit «Russisch lernen» oder «Journal führen/Selbstreflexion». Für die Mittagspause der Vermerk: «Mittagessen mit BWL-Gruppe. Vorbesprechung der Präsentation». Abwechselung im Wochenrhythmus verschaffen wahlweise «Bibliothek: Notizen nachbearbeiten» oder «Briefentwurf für Praktikum».

So war es bisher zu lesen im beispielhaften Stundenplan, wie Sascha Spoun ihn in seinem Werk «Erfolgreich studieren – Ein Handbuch für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler» – der Pflichtlektüre zur Veranstaltung LWA in der Assessmentstufe – präsentierte. Der Gedanke dahinter: Jeder Kreditnotenpunkt hat eine Gewichtung von exakt 30 Stunden Arbeitszeit und diese müssen irgendwie über das Semester verteilt werden.

Berichten zufolge soll der legendäre LWA-Stundenplan in einer Neuauflage des Buches nun nicht mehr vorkommen. Das könnte zum einen daran liegen, dass ein gewisser Anteil der Verunsicherung bezüglich dem Bestehen der Assessmentsufe auf die Disziplin-Logik zurückgeht, die ebendiesem Stundenplan zugrunde liegt. Wer hat nicht schon einmal eine Veranstaltung an der Uni besucht, ausschliesslich um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen? Zum Anderen dürften sich die meisten Studierenden nach wenigen Monaten an der Universität einen durchaus anderen Rhythmus zugelegt haben als Spoun et al. ihn skizzieren.

Zu bedauern bleibt, dass mit dem anstehenden Wegfall des Muster-Stundenplans ein echtes Stück HSG-Authentizität verloren geht. Wenn den Studierenden dafür mehr Zeit bleibt, neben dem Studium persönlichen Neigungen nachzugehen, oder sich universitär zu engagieren, dürfte das den Verlust kompensieren.