Wo artet ein Frisbeespiel zu regelrechtem Rugby aus? Wo werden Mitternachtssnacks, frisch aus dem Ofen, direkt ans Lagerfeuer geliefert? Wo gibt’s noch Männer, die in Tipis unter freiem Himmel schlafen? Und wo versteht man sich ganz ohne Worte? Bei der Studentenschaft!

Am 11. und 12. Oktober 2008 fand das Einführungswochenende der Studentenschaft statt. Da war das «Haus der Begegnung» im kleinen Ort Frasnacht am Bodensee fest in den Händen von über 80 Studierenden der HSG. Für die Organisation zeichnete die so genannte «Spirit Force» verantwortlich. Das neu gegründete Team war dieses Mal noch ad hoc aus Studierenden der unterschiedlichen Ressorts zusammengesetzt. Die künftigen Einführungswochenenden werden in den Händen der speziell dafür angeworbenen Mitglieder der Spirit Force liegen. Im Sinne des Spirits der SHSG mischten sich unter die neuen Studentenschaftler der Vorstand samt Präsident und viele gestandene Mitglieder der verschiedenen Ressorts. Sie liessen es sich nicht nehmen, die Neuen vor Ort kennen zu lernen. Für alle Neulinge war dieses Wochenende ein kleines Willkommensgeschenk der Studentenschaft, auf dass die Zusammenarbeit gelingen möge.

Es waren dann auch viele neue Gesichter zu sehen, die sich am Samstagmorgen bei wunderschönem Herbstwetter auf der Veranda trafen. Erste Kontakte wurden geknüpft und viele blickten in die Runde und fragten sich, wer wohl in welchem Ressort später am Nachmittag zu finden sei. Der Bezug der Zimmer – im Fall der meisten Männer und einiger abenteuermutiger Frauen das Auslegen der Schlafsäcke in den grossen Tipis im Garten – förderte den allgemeinen Hunger ungemein. Und schon schwenkte das Küchenteam zum ersten Mal Kellen und Löffel. Es verstand die vielen hungrigen Studenten im Esssaal – einem ehemaligen Stall, in dem die Temperatur nicht wahrnehmbar über der Aussentemperatur lag – zu bewirten. Viel Zeit zum Herumsitzen blieb jedoch nicht. Gleich nach dem Essen ging es los mit ressortübergreifendem Kennenlernen. Der Spass stand im Vordergrund, so konnten sich die Männer beim Fussball und Frisbee austoben. Aufgrund der Aufgabenstellung – «Frisbee, zwei Tore, auf die Plätze, fertig, los!» – endeten einige Partien in Rugby, zur Freude von Zuschauern und Mitspielern. Bei «Kommunikation ohne Worte» brachen die einzelnen Gruppen meist bald in schallendes Gelächter aus, denn um das «Trischli» rein pantomimisch darzustellen, brauchte es oft nur zwei Freiwillige und ein bisschen Fantasie, und schon schossen die Ratenden in den ersten Sekunden mit der richtigen Lösung heraus. Neben dem Spass gehörte die Teambildung in den einzelnen Ressorts zum Programm: Was die Mitglieder im nächsten Jahr erwarten wird, mit wem sie es in ihren Teams zu tun bekommen werden und was die Visionen in den verschiedenen Bereichen sind, bildete den Gesprächsstoff des restlichen Nachmittags. Im Anschluss schwangen die Köche nochmals die Löffel für das Abendessen; trotz arger Platznot in der kleinen Küche, dafür mit bester Laune begleitet von Coldplay. Danach wurde der Abend mit Wodka, Bier und Wein bis in die frühen Morgenstunden verlängert.

Der nächste Morgen brachte Klarheit über die Anzahl der geschlafenen Stunden. Ehrlich gesagt, es waren nicht gerade viele. Einige waren über ihren Mut, draussen im Freien zu übernachten, erschrocken und hatten sich morgens um fünf Uhr noch in eines der warmen Zimmer geschlichen. Mangels Schlafstätten nächtigten sie in ihren Schlafsäcken am Boden. Stumm und schleppend bewegten sich viele Kommilitonen mit leicht rot geränderten Augen um 9.30 Uhr aus dem gemütlichen Schlafsack. In verschwommener Erinnerung blieben die Mondwanderung, der Glühwein, die improvisierte Disco im Entree, der Limbo unter dem Putzbesen hindurch und das grosse Lagerfeuer, an dem der Mitternachtssnack serviert wurde. Dieses Lagerfeuer war laut Mario, dem bisherigen Chef der Spirit Force, für alle die bleibende Erinnerung. «Da war wirklich Spirit zu spüren! Ich hoffe, dass sich diese Stimmung durch das ganze Jahr mit der Studentenschaft weiterziehen wird.»