Ein Hoch auf den Pasta-Pass

Die B-Mensa und mich verbindet eine besondere Beziehung. Wer es in seiner gesamten Studienzeit noch nicht geschafft hat, etwas Essbares von zu Hause mitzubringen, und es im Gedränge der völlig überfüllten A-Mensa keine Sekunde aushält, dem geht es genau wie mir.
Ich bin Pastabar-Stammgast und damit die Zielgruppe des neu eingeführten Pasta-Passes. Für alle Von-Zuhause-Mitbringer und A-Mensa-Quetscher: Die B-Mensa gibt seit ein paar Wochen einen Sammelpass aus. Wer genug Stempel hat, der bekommt ein Gericht gratis. Das mögen nun einige nervig finden, da es den Zahlungsprozess um ein paar Sekunden verzögert, in denen der Pass gefunden, gestempelt und wieder eingesteckt werden muss – doch ich bin begeistert! Nicht nur kann ich dem ersten Gratisgericht entgegenfiebern, nein, ich kann mich gleichzeitig als wahrer B-Mensa-Fan ausweisen. Denn während ich beobachte, wie andere an der Kasse ihren jämmerlichen zweiten oder dritten Stempel abholen, ist mein Pass in Windeseile gefüllt.
Es ist soweit: meine erste Gratis-Pasta! Ich schleiche mich an die Theke, bestelle und schiebe mein Tablett dann vor zur Kasse. Und dann ist er da, der grosse Moment. Erinnert ihr euch wie es war, das erste Mal mit Kreditkarte zu bezahlen? Plötzlich in diese Welt der Erwachsenen einzutauchen, in der der wahre Bestand an Geld auf dem Konto keine Rolle mehr spielt? Nun, ein ähnliches Gefühl stellt sich ein, als ich den vollen Pasta-Pass feierlich überreiche. Der Empfänger dieses aussergewöhnlichen Zahlungsmittels ist kurz irritiert, überlegt anscheinend, wie das jetzt in die Kasse einzutragen ist und nickt dann lächelnd. Er hat mich wohl erkannt. Bin ich womöglich sogar die erste, die einen vollen Pass hat? Ich gebe noch etwas von der geliebten Sauce auf meinen Beilagensalat und suche mir einen Platz.