19.04.10 / Newsticker vom 19.04.2010

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Man kann Eyjafjalljökull auch gute Seiten abgewinnen. Denn er ist verantwortlich für Geschichten, die sonst niemals passiert worden wären. Eine davon gibt’s im heutigen prisma-newsticker.

Auf der ganzen Welt sitzen momentan Menschen an Orten, an denen sie nicht geplant hatten zu sitzen. Die einen hängen fest im tiefsten Norden Norwegens, andere geniessen noch ein paar Tage länger die Sonne am Pazifik. Man muss improvisieren, und vielleicht ist die Abkehr vom durchgeplanten Alltag auch einmal ganz wertvoll. Man freut sich geradezu auf die ganzen Geschichten, die bald erzählt werden können: von unverhofften Liebesglücken und missgeratenen Geschäftsdeals, von spontanen Roadtrips und unerwartenden Lebenswendungen. Und jeder von uns ist irgendwie betroffen. Auch die deutsche Bundeskanzlerin kam nicht ohne Komplikationen von der Westküste Amerikas zurück nach Berlin. Die FAZ beschreibt in der sehr lesenswerten Reportage „Ende einer überlangen Dienstfahrt“ den Weg der Kanzlerin von San Francisco über Lissabon, Rom, Bozen und zurück nach Berlin.

Zugleich ist so ein Thema wie der Vulkanausbruch natürlich ein Fressen für jeden Journalisten. Und die toben sich auch aus, besonders in den Überschriften. Meine Top-3 bislang: „Nur die Asche fliegt“, „Der Himmel macht Pause“ oder über den verärgerten Lufthansa-Chef: „Wird er gleich in die Luft gehen?“

Aber es gibt natürlich auch noch etwas anderes ausser Flughäfen und Aschewolken. Beispielsweise dieses sprachwissenschaftliche Argument des genialen Satiriker Max Goldt, der dafür wirbt, niemals mehr das Wort „Studierende“ zu benutzen. Endlich sagt’s mal einer!

Wie lächerlich der Begriff „Studierende“ ist, wird deutlich, wenn man ihn mit einem Partizip Präsens verbindet. Man kann nicht sagen: In der Kneipe sitzen biertrinkende Studierende. Oder nach einem Massaker an einer Universität: Die Bevölkerung beweint die sterbenden Studierenden. Niemand kann gleichzeitig sterben und studieren.

Und zum Schluss noch ein Auszug aus der Sendung Beckmann, zu Gast diesmal: Peer Steinbrück.

Beckmann: Wann waren Sie das letzte Mal eigentlich in der Schweiz?

Steinbrück: Bevor ich das gesagt habe.

Beckmann: Danach nie wieder?

Steinbrück: Na ja. (…)

Beckmann: Wir sind mit der Kavallarie in die Schweiz geritten, zu Roger Köppel…

Steinbrück: Der ist ja genau richtig dafür…

Beckmann: …Chefredakteur der „Weltwoche“.

Steinbrück: Der sieht doch in mir einen Nazi.

Beckmann: Ja, was glauben Sie, wie der reagiert hat, als wir da mit `nem Mikrofon und der Kamera standen.

Steinbrück: Das ist eine faszinierende Figur, dieser Köppel.

Beckmann: Ja?

Steinbrück: Ich glaube, so ganz dicht ist er nicht.

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