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Machtwechsel

Von Jeffrey Vögeli.

Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen».

So sprach Gretchen und es hat nicht schön geendet, mit ihr. Folgt man den gemeinhin geäusserten Ansichten, dann wird es manchem von uns ähnlich ergehen. Die Gier, das Hängen am und Drängen nach besagtem Gold, sei schuld an allem. Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, sich verschlechterndes soziales Klima, vermutlich auch am sich verschlechternden globalen Klima.

Zum Glück gibt es da noch Gegenstimmen. Wenn auch ebenso fiktiv wie Goethes Gretchen, so nimmt Gordon Gekko sein Schicksal wenigstens selbst in die Hand. Zu meiner grossen Enttäuschung ist er in der Fortsetzung von «Wall Street» (siehe unser Filmtipp auf Seite 42) scheinbar ehrlich geworden. Meine Empfehlung ist deshalb, den neuen Film mit Vorsicht zu geniessen und gegebenenfalls beim Original zu bleiben und auch dort niemals den Schluss anzusehen, wo alles den Bach runter geht.

Doch genug der Fiktion. Ob es uns nun passt oder nicht, ohne Geld hört die Welt auf sich zu drehen. Ohne Geld wären drei Viertel der Kurse an unserer Alma Mater wertlos. Und gäbe es am Ende nicht Geld in Form von (angeblich) astronomischen Einstiegsgehältern, hätten wir nicht das Problem mit den unglaublich vielen Assessis. Alles gute Gründe, sich diesem Thema einmal vertieft zuzuwenden. Über Beraterhonorare und Investmentbankerboni haben wir allerdings nichts geschrieben. Dafür werden einige alternative Konzepte vorgestellt, die man nicht gleich übernehmen muss, die aber sicher einige gute Ideen anregen werden.

Zuletzt ein Wort in eigener Sache. Nach dieser, meiner letzten Ausgabe als Chefredaktor übergebe ich die inhaltliche Leitung von prisma diesen Sommer an Luc-Etienne Fauquex. Ich hoffe, wir konnten die hochtrabenden Versprechungen meines ersten Editorials halten und ihr habt in einem konstant besser werdenden prisma viele Artikel gefunden, die euch auf neue Ideen gebracht, geärgert oder gefreut haben.

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