
Feel the music oben ohne
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Am OpenAir St.Gallen haben Partymachen und gute Musik unter freiem Himmel bereits seit 1977 eine lange Tradition. Nach einigen Ausgaben in Abtwil wechselte es ins Sittertobel, wo es auch dieses Jahr wieder stattfindet. Dieser Durchführungsort bietet den grossen Vorteil, dass man die nötige Abkühlung nach besonders heissen Acts durch einen Sprung ins kühle Nass der Sitter kriegt. Badezeug ist also Pflicht!
Prüfungstrauma: Im Sittertobel sofort vergessen
Das OpenAir St.Gallen bietet vielen HSGlern eine Gelegenheit, unmittelbar nach ihren Semesterprüfungen richtig Party zu machen und die Resozialisierungsphase im Schnelltempo zu durchlaufen. Dieses Jahr findet das OpenAir St.Gallen vom 30. Juni bis zum 3. Juli statt. Diejenigen, die nach dem Openair noch Prüfungstermine wahrnehmen müssen, können es auch ein bisschen gemässigter angehen lassen und sich ausserdem gleich noch gratis mit Oropax zum Lernen eindecken. Sicherheitshalber sollten die mitgebrachten Skripten und Bücher jedoch wasserdicht verpackt sein, schliesslich gehört nicht nur der Regen zu den regelmässigen Festivalbesuchern, sondern auch das Bier soll ja bekanntlich in Strömen fliessen.
Mit Acts wie Linkin Park und Queens of the Stone Age verspricht auch das diesjährige Programm des OpenAir St.Gallen wieder eine grandiose Show. Daneben finden sich im Line-up auch zahlreiche Bands für den exquisiten Geschmack, sodass Musikliebhaber der verschiedensten Genres auf ihre Kosten kommen.
Ebenfalls nicht weit von St. Gallen findet sich die Hip-Hop-Hochburg des Festivalsommers. Das Openair Frauenfeld öffnet am 8. Juli seine Tore für alle, die hippen und hoppen, groven und chillen wollen. Seit 1987 wird die Allmend in Frauenfeld im Sommer zum Tummelplatz für Musikbegeisterte.
Als grosser Wurf aus den USA sind dieses Mal Snoop Dogg und Wu-Tang Clan dabei. Die Clubhitlieferanten dieses Jahres, darunter Pitbull, Taio Cruz und Far East Movement, geben sich ebenfalls die Ehre. Doch nicht nur aus Übersee kommen die Künstler in Scharen, auch aus dem grossen Nordkanton wurden einige angeworben, unter anderem Bushido, was nicht bei allen Festivalbesuchern für Begeisterung gesorgt hat. Regelmässigen Frauenfeldbesuchern wird das Line-up allerdings nur allzu bekannt vorkommen. Deshalb: Warum nicht den Openair-Frischling dieses Jahres besuchen?
Der Assessi unter den Openairs
Das Touch the Air in Wohlen, der Nachfolger des letztjährigen Touch-the-Lake-Festivals, bietet heisse Acts aus dem Hip-Hop-, Elektro- und R&B-Bereich. Unter anderem Laserkraft 3D, Timbaland, Redman & Method Man und Ludacris. Das Openair findet vom 23. bis 26. Juni statt. Der 4-Tages-Pass kostet maximal 149 Franken. Wer sein Ticket früh kauft, kriegt es günstiger: Die ersten 1000 Stück wurden für 89 Franken rausgegeben, momentan liegt der Preis bei 129 Franken.
Wer dagegen eher auf Altbewährtes setzen will, ist beim Gurtenfestival genau richtig. Auf dem Berner Hausberg findet schon seit 1977 ein Musikfestival statt, welches zu Beginn als Folkfestival bekannt war. Ab 1991 wurde das Gurtenfestival zu einem normalen Openair mit gemischtem Sound. Auf 850 Metern über Meer und mit fantastischer Aussicht auf die Stadt Bern ist das Gurtenfestival quasi die Bergvariante unter den Openairs. Dies macht sich bereits bei der Anreise bemerkbar: Statt per Bus oder Tram wird das letzte Stück, der Aufstieg zum Gipfel, mit der Zahnradbahn zurückgelegt. Kommt man gerade von einem Bad in der Aare, so ist der Aufstieg ein Kulturschock: Von der Zahnradbahn aus sieht man auch schon mal Sherpas mit ihren Mauleseln auf den ausgetrampelten Fusspfaden neben den Schienen und oben angekommen liegt auch im Hochsommer nicht selten ein halber Meter Schnee. Zudem können die teilweise sintflutartigen Regenfälle das Gelände in eine gigantische Spielwiese für Schlammcatcher verwandeln, wie das obige Bild eindrücklich zeigt. Es lohnt sich daher, die Highheels und Segelschuhe im Schrank zu lassen und stattdessen die Bergschuhe und Armeestiefel auszugraben.
Hügel der mystischen Erkenntnis
Während des Gurtenfestivals umgibt den Hügel eine dunstige Mischung aus Rauch von den Grillfeuern und Schwaden von gerauchtem Cannabis. Zusammen mit den wunderbaren letzten Sonnenstrahlen gipfelt dies gegen Abend bei einem Besuch der – meist den Newcomern und Nischenbands vorbehaltenen – Waldbühne in einer fast mystischen Erfahrung. Schliesslich erklingen dort auch schon mal psychedelische Klänge. Auf der Hauptbühne hingegen finden sich auch zahlreiche bekannte Namen. So rocken vom 14. bis 17. Juli unter anderem die Arctic Monkeys und Kaiser Chiefs den Berg. Daneben finden sich auch die Namen von Hip-Hop-Acts wie The Streets und Blumentopf im Line-up.
Das Hippiechick
Sie ist das Mädchen, das versucht, in ihrer hohlen Hand Wasser zum Zelt zu transportieren, weil Plastikflaschen schlecht für die Umwelt sind. Sie achtet beim Zeltaufbau darauf, mit ihren Heringen keine Regenwürmer zu verletzen. Man erkennt sie leicht an den nackten Füssen, dem übergrossen Strickjäckchen und der farbigen Peace-Flagge am Zelt.
Der ekstatische Tänzer
Ihm ist es egal, ob er gerade auf dem Boden, deinen Füssen, oder Scherben tanzt, denn er fühlt die Musik. Man könnte seinen Tanzstil zwar auch als Symptom für eine psychische Störung deuten, doch meistens handelt es sich nur um eine vorübergehende Überdosis von Drogen, Alkohol und Sonne oder um einen unglücklichen Cocktail von allen dreien. Er erinnert sich zwar Stunden später nur an wenig, doch er weiss: Er hat das Festival so was von gerockt!
Die minderjährige Tussi
Ihre Ausrüstung eignet sich eher für einen Shoppingtrip in Paris als für ein Festival. Ihre Absätze bleiben dauernd im Schlamm stecken und ihr Kleidchen rutscht, dennoch ist sie die Königin des Openair-Geländes. Ihre erste Mission ist erfüllt, sobald der Hennaplayboyhase auf ihrer Schulter sitzt. Ihr Erkennungszeichen sind die abgebrochenen Fingernägel, denn Papis Nobelzelt war doch etwas störrischer als erwartet. Ausserdem hat sie nicht nur ihr Blackberry, sondern auch ihre Louis Vuitton immer bei sich. Und auch wenn sie das Openair nur knapp überlebt, auf Facebook fand sie es dann doch «uh huere geil».


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